Gesundheitswirtschaft

Depressionen verursachen Schaden von einer Billion Dollar

Depressionen kosten die Wirtschaft rund eine Billion Dollar. Ein Problem ist die Stigmatisierung von mentalen Krankheiten.

Schätzungsweise 322 Millionen Menschen oder rund vier Prozent der Weltbevölkerung litten an Depressionen, zitiert Reuters Dan Chisholm von der WHO-Abteilung für mentale Gesundheit und Drogenmissbrauch. „Depressionen sind heute der größte einzelne Grund für Behinderungen.“ Betroffen seien wesentlich mehr Frauen als Männer. Depressionen verursachen weltweit laut der Weltgesundheitsbehörde WHO einen wirtschaftlichen Schaden von einer Billion Dollar.

Die gesamtwirtschaftlichen Kosten ergeben sich nach den Berechnungen der WHO aus den Folgen eines Verlusts an Produktivität, Apathie und der Unfähigkeit der Betroffenen, mit dem Alltagsleben zurechtzukommen. Besonders betroffen seien drei Gruppen: Jugendliche, Schwangere und junge Mütter sowie ältere Menschen. Rund 800.000 Menschen würden sich jährlich wegen Depressionen selbst töten. Ein Problem sei die Stigmatisierung von mentalen Krankheiten. Die WHO startete deshalb eine Kampagne „Depressionen: Lass uns darüber reden“.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte bei einem Treffen mit internationalen Gesundheitsexperten angekündigt, dass in Deutschland ein nationaler Aktionsplan für Depressionen und mentale Krankheiten geprüft werden solle. Gesundheitsprobleme sind ein Schwerpunkt der derzeitigen deutschen G20-Präsidentschaft.

 

Kommentare

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  1. Die spannendere Frage ist doch eher: Was verursacht denn die geradezu epidemische Ausbreitung von Depressionen? Meine These lautet, dass hierfür die stetige Verschlechterung der Arbeitsbedingungen (Prekarisierung/atypische Beschäftigung, Lohndumping), Schwächung der Gewerkschaften sowie der Abbau der statussichernden Sozialversicherungsleistungen (Berufsunfähigkeitsrente, Arbeitslosenhilfe) verantwortlich sind. Arbeitnehmer sehen sich zunehmend dem Druck ausgesetzt, zu funktionieren und das zu noch so jämmerlichen Konditionen.
    Schon viele junge Hochschulabsolventen bekommen Selbstzweifel, wenn man einerseits ständig etwas vom Fachkräftemangel hört, andererseits auf 100 Bewerbungen nur Absagen oder maximal mies bezahlte PRaktikumsangebote folgen.