Analyse

Gesetzliche Krankenkassen erzielen Milliarden-Überschuss

Die Finanzen haben sich weiter verbessert: Die 113 gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland verfügen über eine Gesamtreserve von 25 Milliarden Euro.

Die gesetzlichen Krankenkassen haben im vergangenen Jahr einen Überschuss von rund 1,38 Milliarden Euro erzielt, berichtet Reuters. Die Finanzrücklagen der 113 Kassen stiegen in 2016 damit auf fast 16 Milliarden Euro, wie das Bundesgesundheitsministerium mitteilte. Zusammen mit dem Gesundheitsfonds habe sich eine Gesamtreserve von 25 Milliarden Euro angesammelt.

Bei den Krankenkassen standen den Einnahmen von rund 224 Milliarden Euro Ausgaben von rund 223 Milliarden gegenüber. Ende 2015 hatten sie noch ein Defizit von 1,13 Milliarden Euro verbucht. Die Kassensituation hat sich damit im Vergleich zu 2015 um etwa 2,5 Milliarden Euro verbessert. Die Ausgaben stiegen je Versichertem um 3,3 Prozent. Bei Arzneimitteln betrug der Zuwachs 3,1 Prozent, bei ärztlichen Behandlungen rund 3,4 Prozent.

Den mit rund 935 Millionen Euro höchsten Überschuss erzielten die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK). Bei den Ersatzkassen mit den Marktführern Barmer GEK und Techniker Krankenkasse (TK) lag das Plus bei 321 Millionen Euro, bei den Betriebskrankenkassen (BKK) bei rund 29 Millionen Euro. Die Innungskrankenkassen (IKK) wiesen ein Defizit von etwa 33 Millionen Euro aus.

Zugleich wurden die Ausgaben für Präventionsleistungen im vergangenen Jahr deutlich erhöht, wie die dpa berichtet. Sie stiegen um 172 Millionen auf rund 485 Millionen Euro. Die Ausgaben für individuelle Vorbeugungsleistungen wie Kurse zur Gewichtsreduktion und Raucherentwöhnung oder Schutzimpfungen hätten zum Beispiel von 201auf 217 Millionen Euro zugenommen. Für betriebliche Gesundheitsförderung stellten die Kassen demnach 143 Millionen Euro zur Verfügung – nach 75 Millionen 2015.

Hintergrund des Anstiegs ist das neue Präventionsgesetz. Die darin vorgesehenen Richtwerte von sieben Euro je Versichertem für individuelle Gesundheitsförderung sowie zwei Euro für Prävention in Betrieben, Kitas, Schulen oder Heimen seien bereits im ersten Jahr nach Inkrafttreten weitestgehend erreicht worden.

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