Suchtmedizinische Grundversorgung

Die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) fördert seit dem 2. Dezember 2016 die Zusatzweiterbildung „Suchtmedizinische Grundversorgung“ im Rahmen der Sicherstellungs-Richtlinie der KVB. Seit 1993 wird in Deutschland die Substi…

Die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) fördert seit dem 2. Dezember 2016 die Zusatzweiterbildung „Suchtmedizinische Grundversorgung“ im Rahmen der Sicherstellungs-Richtlinie der KVB. Seit 1993 wird in Deutschland die Substitution als Behandlungsmethode angewendet. Die Behandlung trägt entscheidend dazu bei, dass die mit dem Drogenkonsum verbundenen gesundheitlichen und sozialen Probleme reduziert werden. „Ein Problem in der Substitution ist der fehlende ärztliche Nachwuchs. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen und die herrschende rechtliche Unsicherheit schrecken Ärztinnen und Ärzte ab, hier verstärkt tätig zu werden. Die KVB und die Bayerische Landesärztekammer wirken seit Langem darauf hin, dass die gesetzlichen Rahmenbedingungen den aktuellen Anforderungen angepasst werden.“, erklärt Dr. Heidemarie Lux, Vizepräsidentin der Bayerischen Landesärztekammer (BLÄK) und Suchtbeauftragte des Vorstandes. Voraussetzung für die Inanspruchnahme der KVB-Förderung ist das Vorliegen einer Abrechnungsgenehmigung zur substitutionsgestützten Behandlung Opiatabhängiger. Wer seine Zusatzweiterbildung nach dem 31. Dezember 2015 abgeschlossen hat (Datum der Urkunde) und noch keine Abrechnungsgenehmigung beantragt hat, kann dies noch bis zum 30. Juni 2017 nachholen, um auch die Förderung zu erhalten. Im Rahmen der Förderung, gekoppelt an die Abrechnungsgenehmigung zur substitutionsgestützten Behandlung Opiatabhängiger, werden ab jetzt gegen Nachweis die Kosten für die Zusatzweiterbildung „Suchtmedizinische Grundversorgung“ in Höhe von bis zu 1.000 Euro von der KVB zurückerstattet. Zudem erhalten Ärztinnen und Ärzte, denen eine Förderung genehmigt wird, eine Aufwandsentschädigung von einmalig 500 Euro. Mit der Beantragung der Förderung erklärt der Arzt gleichzeitig seine Absicht, an der substitutionsgestützten Behandlung Opiatabhängiger teilzunehmen. Die Mittel für die Förderung entstammen dem Strukturfonds der KVB und können bayernweit ausgezahlt werden, auch wenn kein Beschluss des Landesausschusses auf Unterversorgung oder drohende Unterversorgung vorliegt. Weitere Infos sowie das Antragsformular gibt es auf der Homepage www.kvb.de unter Praxis / Niederlassung / Finanzielle Fördermöglichkeiten / Förderung Methadonsubstitution. Die Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung (BtMVV) wird demnächst geändert. Die Bundesärztekammer wird die Richtlinien anpassen.

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