Wirtschaft

Übernahme-Angebot: China bekundet Interesse an Biotest

Chinesische Investoren sind weiterhin an Übernahmen deutscher Firmen interessiert. Aktuell im Gespräch ist Biotest.

In der deutschen Biotechnologie-Branche arbeiten über 10.600 Beschäftigte. (Quelle: Flickr/D.L./CC BY-SA 2.0)

In der deutschen Biotechnologie-Branche arbeiten über 10.600 Beschäftigte. (Quelle: Flickr/D.L./CC BY-SA 2.0)

Das Biotechunternehmen Biotest könnte bald einen chinesischen Eigentümer haben. Die Investmentgesellschaft Creat Group Corporation (Creat) will das Unternehmen für insgesamt rund 940 Millionen Euro kaufen. Dabei will Creat den Inhabern der Stammaktie und damit vor allem der Gründerfamilie und der Kreissparkasse Biberach einen kräftigen Aufschlag zahlen. Die Eigentümer der breiter gestreuten und im SDax notierten Vorzugspapiere sollen dagegen nicht mehr bekommen, als die Aktie nach dem jüngsten Kursanstieg an der Börse wert ist.

Bei den Gesprächen über eine Übernahme werde ein Preis für 28,50 Euro je Stammaktie angestrebt, teilte Biotest am späten Mittwochabend im hessischen Dreieich mit. Das wären rund 43 Prozent mehr, als das Papier am Mittwoch zum Ende des Xetra-Handels wert war. Die knapp 20 Millionen Stammpapiere gehören etwas mehr als zur Hälfte der Eigentümerfamilie Schleusner und zu rund 15 Prozent der Kreissparkasse Biberach. 7,4 Prozent liegen bei der LBBW-Tochter BWInvest. Die restlichen rund 27 Prozent befinden sich im Streubesitz.

Für die Vorzugsaktien wollen die Chinesen 19 Euro und damit ziemlich genau das bezahlen, was das Papier zuletzt am Markt gekostet hatte. Die sich zu 100 Prozent im Streubesitz befindenden Vorzugsaktien waren zuletzt deutlich gestiegen und hatten sich damit etwas von ihrem vorangehenden Kursrutsch erholt. Die Aktie war nach ihrem Rekordhoch von 38,133 Euro im Frühjahr 2015 bis knapp über 10 Euro Anfang 2016 abgestürzt.

Aufsichtsrat und Vorstand von Biotest begrüßten die Gespräche. Ein Zusammenschluss mit Creat würde die notwendigen Investitionen in Produkte und Fertigungsanlagen unterstützen. Die Verhandlungen dauern nach Angaben von Biotest derzeit an und es gibt keine Garantie, dass eine endgültige Vereinbarung zwischen den Parteien erzielt werden kann. Die chinesischen Investoren wollen laut Biotest den Firmensitz am Standort im hessischen Dreieich belassen.

Dabei sollen die geltenden Betriebsvereinbarungen, bestehende Tarifverträge sowie die betriebliche Mitbestimmung fortgeführt werden. Biotest beschäftigt weltweit mehr als 2.500 Mitarbeiter. 2016 setzte das Unternehmen 610,4 Millionen Euro um.

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