Umfrage

Schizophrenie: Stärkere Einbindung von Bezugspersonen nötig

Eine europaweite Befragung Erwachsener mit Schizophrenie zeigt die bedeutende Rolle von Betreuungspersonen in der Therapie.

Schizophrenie ist eine psychische Erkrankung mit vielgestaltigem Erscheinungsbild. (Foto: Flickr/Ralph Buckley/CC BY-SA 2.0)

Schizophrenie ist eine psychische Erkrankung mit vielgestaltigem Erscheinungsbild. (Foto: Flickr/Ralph Buckley/CC BY-SA 2.0)

Die aktuelle Behandlung erwachsener Schizophreniepatienten in Europa weist einen deutlichen Optimierungsbedarf auf. Das ist das Fazit der von Janssen beauftragten paneuropäischen Umfrage „Talking About Treatment in Schizophrenia: A Patient and Carer Survey“ (*) unter Schizophreniepatienten und ihren Betreuungspersonen. Unzureichend ist demnach vor allem die Aufklärung der Patienten und ihrer Betreuungspersonen hinsichtlich der verfügbaren Therapieoptionen sowie ihre Einbindung in therapeutische Entscheidungen.

So gaben 21 Prozent der Patienten an, vor ihrer derzeitigen Behandlung keine alternativen Therapieoptionen mit ihrem Arzt besprochen zu haben. 27 Prozent der Patienten und 25 Prozent der sie betreuenden Menschen meinten zudem, nicht über alle zur Verfügung stehenden Möglichkeiten informiert worden zu sein. 46 Prozent der Betreuer gaben darüber hinaus sogar an, mit ihrer Einbindung in Therapieentscheidungen unzufrieden zu sein.

Dies ist vor allem deshalb bedeutsam, da die Umfrage auch zeigt, welch wichtige Rolle die betreuenden Personen hinsichtlich des Therapieerfolgs spielen. So gaben 94 Prozent von ihnen an, dass sie die Patienten an die Einnahme ihrer Medikamente erinnern müssten, was bei 49 Prozent sogar häufig der Fall war. Ihre Hauptsorgen galten dem Auftreten von Rückfällen und damit verbundenen Hospitalisierungen (49 %), der Einschränkung des Alltags durch eine Verschlimmerung der Erkrankung (61 %) sowie der fehlenden Unterstützung über die Medikation hinaus (41 %).

„Bei der medikamentösen Behandlung der Schizophrenie haben wir in den vergangenen Jahren große Fortschritte gemacht““, so Dr. Michael von Poncet, Medizinischer Direktor und Mitglied der Geschäftsleitung Janssen Deutschland. „Umso wichtiger ist es, dass alle Beteiligten darüber informiert sind, welche Therapieoptionen zur Verfügung stehen. Heute gibt es neben kürzer wirksamen zum Beispiel auch langwirksame Präparate. Sie können insbesondere jenen Schizophreniepatienten helfen, die mit einer täglichen Medikamenteneinnahme Schwierigkeiten haben. In jedem Fall sollte die Behandlung auf die individuellen Bedürfnisse der Patienten zugeschnitten sein und ihnen ein möglichst erfülltes Leben ermöglichen.“

Mit der Krankheit Schizophrenie, ihren Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten befasst sich die interaktive Website www.schizophrenie24x7.de, deren Inhalte von Patienten, Therapeuten und Betreuungskräften erstellt wurden. Vielfältige Informationen und praktische Serviceangebote können helfen, das tägliche Leben mit der Krankheit besser zu meistern.

Eine weitere Form der Informationsvermittlung bietet die innovative E-Learning-Plattform www.psychose-wissen.de. Dort führt der Hamburger Psychiater Professor Dr. Martin Lambert Patienten und Angehörige auf strukturierte Weise durch sieben multimediale und interaktive Wissensmodule zu den Ursachen, der Diagnostik und der Therapie verschiedener Psychosen.

 

(*) An der vom unabhängigen Marktforschungsinstitut Fieldwork International in zwölf europäischen Ländern durchgeführten Umfrage „Talking About Treatment in Schizophrenia: A Patient and Carer Survey“ nahmen 166 Erwachsene mit Schizophrenie und 468 sie betreuende Angehörige, Freunde oder Vormünder aus Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Niederlande, Österreich, Russland, Schweden, der Schweiz, und Spanien teil.

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