Forschung

Hochschulmedizin entwickelt vernetzte Patientenakte

Mit der Entwicklung einer vernetzen und forschungskompatiblen Patientenakte könnte ein neues Zeitalter anbrechen.

Durch den Ausbau der digitalen Dateninfrastruktur würde Deutschland schnelle Fortschritte in der medizinischen Forschung machen. (Foto: Flickr/Nils Oslon/CC BY-SA 2.0)

Durch den Ausbau der digitalen Dateninfrastruktur würde Deutschland schnelle Fortschritte in der medizinischen Forschung machen. (Foto: Flickr/Nils Oslon/CC BY-SA 2.0)

Die Hochschulmedizin will eine vernetzte elektronische Patientenakte entwickeln, die allen beteiligten Ärzten bei jedem Behandlungsschritt alle relevanten Informationen liefert und gleichzeitig das neuste Forschungswissen zur Verfügung stellt. Neu daran ist vor allem, dass die vernetze Patientenakte auch an die klinische und biomedizinische Forschung angebunden sein wird. Das heißt, dass die Daten aus der Krankenversorgung in der Forschung genutzt werden können, um schneller Erkenntnisse über Erkrankungen und Behandlungskonzepte zu gewinnen. Gleichzeitig fließen auch wissenschaftliche Erkenntnisse schneller in den klinischen Betrieb zurück. „Bei diesem Projekt steht für uns ganz klar der Schutz der Patientenrechte und der Patientendaten an oberster Stelle“, sagt Professor Dr. Heyo K. Kroemer, Präsident des Medizinischen Fakultätentages e.V. (MFT) und ergänzt: „Durch den Ausbau der digitalen Dateninfrastruktur würde Deutschland schnelle Fortschritte in der medizinischen Forschung machen – z.B. um die Herausforderungen einer immer älter werdenden Gesellschaft anzugehen.“

Das Papier mit dem Titel „Bessere Gesundheitsversorgung durch eine vernetzte und forschungskompatible Patientenakte“ beschreibt vier Wege, wie die Patientenakte einen Mehrwert für den Patienten schaffen wird. Dazu gehört die Bündelung der klinischen Daten aus unterschiedlichen Gesundheitseinrichtungen, die Nutzung der Daten für die Forschung und das schnelle zur Verfügung stellen dieser Erkenntnisse im Versorgungsalltag der Patienten. Im Rahmen der Medizininformatikinitiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) werden derzeit in einem ersten Schritt die Grundlagen für diese forschungskompatible vernetze Patientenakte geschaffen. In dieser ersten Phase haben die beteiligten Konsortien größtmögliche Freiheit bei der Entwicklung von Lösungen. Anschließend soll die E-Akte zunächst in der Universitätsmedizin und schließlich flächendeckend zusammen mit nicht-universitären Kliniken und niedergelassenen Ärzten umgesetzt werden.

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