Analyse

Zahl der Hebammen im Jahr 2015 leicht gestiegen

Sie helfen manchmal auch mitten in der Nacht bei Geburten: Trotz oft schwieriger Arbeitszeiten ist die Zahl der Hebammen in Deutschland im Jahr 2015 leicht gestiegen.

Hebammen sind in der Schwangerschaft, während und nach der Geburt einer der wichtigsten Ansprechpartner für Mütter und Väter. Doch die Arbeit der freiberuflichen Hebammen wird immer schwieriger. Foto: Flickr/eyeliam/CC by 2.0

Hebammen sind in der Schwangerschaft, während und nach der Geburt einer der wichtigsten Ansprechpartner für Mütter und Väter. Doch die Arbeit der freiberuflichen Hebammen wird immer schwieriger. Foto: Flickr/eyeliam/CC by 2.0

Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Insgesamt arbeiteten in den Krankenhäusern in Deutschland 10 919 Hebammen und Entbindungshelfer.

Die Mehrzahl von ihnen arbeiteten in fester Anstellung, dazu kamen 1838 Belegkräfte. Im Vergleich zum Vorjahr war das ein Anstieg um 1,4 Prozent, der aber ausschließlich auf die Festangestellten zurück zu führen war. Ihre Zahl stieg um 2,4 Prozent, während die Zahl der Belegkräfte um 3,4 Prozent zurück ging. Männer sind in dem Berufsfeld weiterhin Exoten: So gab es in den Kliniken lediglich vier Entbindungshelfer.

Der Deutsche Hebammenverband hat die Bundesregierung bereits vor Monaten aufgefordert, den zunehmenden Schließungen von Kreißsälen entgegenzuwirken. „Gab es 1991 bundesweit noch 1186 Krankenhäuser mit Geburtshilfe, waren es 2014 nur noch 725“, so die Präsidentin des Verbandes Martina Klenk. „Jede Frau und Familie muss wohnortnah Hebammenhilfe bekommen können.“ Klenk weiter, „die Rahmenbedingungen in den Krankenhäusern müssen sich verbessern.“ So sollten auch Geburtshilfestationen mit dem Sicherstellungszuschlag für kleine Kliniken unterstützt werden. Die Bundesregierung will Kliniken im ländlichen Raum dann finanziell unterstützen, wenn sie für die Versorgung der Patienten unverzichtbar sind.

Die Gründe für Kreißsaalschließungen sind unter anderem zu wenige Geburtenzahlen etwa im ländlichen Raum. Das bringt Probleme bei der Finanzierung mit sich, aber auch fehlende Praxis und damit abnehmende Qualität bei der Versorgung Schwangerer. Wenn kleine Kliniken wegen des Kostendrucks die Geburtshilfe aufgäben, würden die werdenden Mütter in die großen Zentren abwandern. Zum anderen fehlten an vielen Orten Hebammen, so der Verband. Arbeitsbelastung und -verdichtung seien an der Tagesordnung. Immer weniger Hebammen seien bereit, angestellt und Vollzeit an einer Klinik zu arbeiten.

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