Gesundheit

Merkel: Pandemien könnten gesamte Weltwirtschaft bedrohen

Kanzlerin Angela Merkel warnt, dass eine Pandemie die Weltwirtschaft bedrohen könnte. Nun wird eine Übung durchgeführt.

„Wir müssen klare Reaktionspläne haben“, sagte Merkel auf einem Wirtschaftstreffen B20 der deutschen G20-Präsidentschaft. „Weil eine Epidemie an einem Ort der Welt, die sich dann vielleicht auch noch schnell ausbreitet, die Wirtschaft der gesamten Welt in Mitleidenschaft ziehen kann“, sagte sie. Deshalb werde es diesmal zum ersten Mal ein Treffen der G20-Gesundheitsminister geben. „Sie werden sozusagen eine erste theoretische Pandemieübung machen, zusammen mit Weltbank und der Weltgesundheitsorganisation“, sagte Merkel mit Blick auf das Treffen am 19. und 20. Mai. Bei einer Pandemie verbreitet sich eine Infektionskrankheit über mehrere Länder und Kontinente.

Die Kanzlerin forderte zudem Versicherungslösungen für Staaten, in denen eine Pandemie ausbrechen könnte, berichtet Reuters. Davon hänge „unglaublich viel“ für die ganze Welt ab. Denn Regierungen würden den Ausbruch von Epidemien möglicherweise nicht melden, wenn sie befürchten müssten, dass ihr Land dann für fünf bis zehn Jahre ins Chaos stürzen könnte. Dies sei eine Lehre aus der Ebola-Epidemie 2014.

Merkel hatte bereits im Februar vor den Gefahren von Pandemien gewarnt. Deshalb habe sich die deutsche G20-Präsidentschaft entschieden, dieses Thema auf die Tagesordnung der 20 wichtigsten Industrienationen zu setzen. Deutschland hat sich auch dem Kampf gegen Antibiotika-Resistenzen und vernachlässigte Tropenkrankheiten verschrieben, an denen 1,4 Milliarden Menschen leiden.

Zumindest für die nächste Ebola-Epidemie ist die internationale Gemeinschaft nach Ansicht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) dank erfolgreicher Impfstoffversuche gerüstet. „Fast alle Experten sind sich einig, dass ein erneuter Ausbruch unvermeidlich ist“, so WHO-Chefin Margaret Chan in Guinea im Westen Afrikas. Wegen der tödlichen Epidemie von 2014-2015 in Guinea, Liberia und Sierra Leone sei rasch ein Impfstoff entwickelt worden, auch wenn dieser „zu spät verfügbar war, um möglichst viele Leben zu retten.“

Die WHO hatte die Ergebnisse des Impfstoffversuchs in Guinea im Dezember veröffentlicht und von einem Erfolg gesprochen, berichtet die dpa. Unter den mehreren Tausend geimpften Menschen wurde demnach kein neuer Ebola-Fall gemeldet. Wissenschaftler wissen bislang nicht mit Sicherheit, wo sich das Ebola-Virus zwischen Epidemien in der Natur versteckt, bevor es wieder auf den Menschen überspringt. „Wenn das passiert, wird die Welt viel besser vorbereitet sein“, sagte Chan.

Das Ebola-Virus gehört zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt. Der Erreger kann hämorrhagisches – mit Blutungen einhergehendes – Fieber auslösen. Nach WHO-Angaben sterben 25 bis 90 Prozent der Patienten. In Liberia, Guinea und Sierra Leone fielen der Epidemie mehr als 11.000 Menschen zum Opfer, mehr als 28.000 infizierten sich.

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