Gesundheitswirtschaft

Morphosys kann sich Umbau weiter leisten

Trotz steigender Verluste durch teure Medikamenten-Entwicklung sind die Kassen des Biotechunternehmens Morphosys gut gefüllt.

Morphosys versucht derzeit, mit selbst vermarkteten Mitteln unabhängiger vom Erfolg von Partnerprogrammen zu werden. (Foto: Flickr/Jean-Etienne Minh-Duy Poirrier/CC BY-SA 2.0)

Morphosys versucht derzeit, mit selbst vermarkteten Mitteln unabhängiger vom Erfolg von Partnerprogrammen zu werden. (Foto: Flickr/Jean-Etienne Minh-Duy Poirrier/CC BY-SA 2.0)

Morphosys sieht sich nach einem soliden Start ins Jahr auf Kurs zu seinen Zielen für 2017. Zudem laufe die stärkere Fokussierung auf eigene Wirkstoffe und wichtige Zulassungsverfahren für von Partnern entwickelte Medikamente nach Plan, berichtet die dpa. Da die Forschungsausgaben und der Verlust im Rahmen der Erwartungen ausfielen, sind die Kassen für den Umbau des Biotechnologie-Unternehmens weiter gut gefüllt. Ende März betrug der Bestand an liquiden Mitteln knapp 350 Millionen Euro und damit nur rund drei Prozent weniger als Ende Dezember, wie das TecDax-Unternehmen mitteilte.

Die Prognose für das laufende Jahr wurde bestätigt. Demnach will Morphosys zwischen 85 und 95 Millionen Euro für die Entwicklung firmeneigener Arzneimittel ausgeben. Die Aufwendungen sollen damit steigen, wenn auch nicht mehr so stark wie noch 2016. Die höheren Ausgaben führen im laufenden Jahr zu einem höheren Verlust – so soll das Minus vor Zinsen und Steuern (Ebit) auf 75 bis 85 (2016: 59,9) Millionen Euro steigen. Beim Umsatz erwartet das Unternehmen 2017 einen Wert von 46 bis 51 Millionen Euro. 2016 hatte Morphosys knapp 50 Millionen Euro umgesetzt.

Morphosys versucht derzeit, mit selbst vermarkteten Mitteln unabhängiger vom Erfolg von Partnerprogrammen zu werden. Bislang erlöst Morphosys sein Geld vor allem damit, dass es in Partnerschaft mit großen Pharmakonzernen Antikörper entwickelt und für die darauf bezogenen Medikamenten-Entwicklungen sogenannte Meilensteinzahlungen und Forschungsgelder bezieht. Unter anderem wegen der gestiegenen Forschungskosten fiel der Nettoverlust in den ersten drei Monaten des Jahres mit knapp 15 Millionen Euro mehr als doppelt so hoch aus wie im Vorjahr. Der Umsatz ging um zwei Prozent auf 11,8 Millionen Euro zurück.

Experten hatten mit einem Ergebnis in dieser Größenordnung gerechnet, und auch sonst boten die Zahlen nach Einschätzung von Händlern wenig Überraschendes. An der Börse ging es nach der jüngsten Erholung dennoch nach unten – in den ersten Handelsminuten sogar heftig. Von ihren Anfangsverlusten von bis zu 4,6 Prozent konnte sich das Papier aber wieder erholen. Zuletzt gab die Aktie nur noch leicht nach. Für die mittelfristige Entwicklung des Papiers sind die Quartalszahlen ohnehin eher zweitrangig. Hier liegt der Blick der Experten vielmehr auf die verschiedenen Zulassungsverfahren von Medikamenten – sowohl eigene als auch bei den selbst entwickelten Wirkstoffen.

Hier gab es bei der Vorlage der Quartalszahlen zwar keine bahnbrechenden Neuigkeiten, viele Experten sind aber positiv gestimmt. So empfehlen derzeit neun der zwölf von Bloomberg erfassten Analysten das Papier zum Kauf – das durchschnittliche Kursziel liegt mit rund 65 Euro fast ein Fünftel über dem aktuellen Niveau. Damit würde sich die im TecDax notierte Aktie auch wieder dem Mehrjahreshoch von 88,50 Euro von Ende 2014 nähern. Wegen Problemen bei Partnerprogrammen war die Aktie bis Mitte des vergangenen Jahres auf 32,90 Euro abgestürzt. Seitdem im Herbst aber eine Kapitalerhöhung gelungen ist, mit der Morphosys unter anderem die Forschungskosten finanziert, ging es zuletzt wieder nach oben.

Kommentare

Schreibe den ersten Kommentar für diesen Artikel.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.