Analyse

Nur die Hälfte der Autofahrer traut sich Wiederbelebung zu

Was tun, wenn bei einem Unfall ein Mensch so schwer verletzt wurde, dass er nicht mehr atmet und keine Reaktion zeigt? Eine Situation, von der viele Autofahrer glauben, dass sie diese nicht korrekt meistern können

Bis zum Eintreffen des Arztes kann viel getan werden. (Foto: Flickr/Tony Webster/CC by 2.9(

Bis zum Eintreffen des Arztes kann viel getan werden. (Foto: Flickr/Tony Webster/CC by 2.9(

Nur 47 Prozent trauen sich zu, jemanden durch Herzmassage und Beatmung wiederzubeleben. Das zeigt eine repräsentative forsa-Umfrage im Auftrag von CosmosDirekt.

Die Bereitschaft fiel bei den Männern mit 53 Prozent insgesamt etwas höher aus als bei den Frauen mit 41 Prozent. Unter den 18- bis 29-Jährigen gaben 54 Prozent an, eine dieser Erste-Hilfe-Techniken auch im Notfall korrekt ausführen zu können. Bei den 30- bis 44-Jährigen waren das 55 Prozent. Deutlich weniger selbstbewusst zeigten sich die 45- bis 59-Jährigen. Hier bejahten das lediglich 49 Prozent. Waren die Befragten 60 Jahre und älter, schrumpfte der Wert gar auf 37 Prozent.

„Jede Hilfe ist besser als keine Hilfe“, so Frank Bärnhof, Versicherungsexperte bei CosmosDirekt: „Hat der Verletzte einen Herzstillstand, steigen seine Überlebenschancen erheblich, wenn Herzdruckmassage und Beatmung durchgeführt werden.“ Wer zuerst am Unfallort eintrifft, ist verpflichtet zu helfen. Angst, etwas falsch zu machen, muss er dabei nicht haben. „Wer sein Bestes getan hat, muss keine negativen Konsequenzen befürchten.“ Bevor Erste Hilfe geleistet wird, sollten unbedingt die Unfallstelle abgesichert und Rettungskräfte benachrichtigt werden.

Doch das Bewusstsein wächst. „Deutschland ist nicht mehr europäisches Schlusslicht bei der Reanimation durch Laien“, so DGAI-Präsidiumsmitglied Jan-Thorsten Gräsner der dpa. Vor neun Jahren lag die Laien-Reanimationsquote nur bei 16 Prozent. In den vergangenen fünf Jahren habe sich die Quote mehr als verdoppelt.

Im europäischen Vergleich liegt Deutschland weiterhin nur im unteren Drittel. Die skandinavischen Länder schneiden am besten ab: In Norwegen liegt die Laien-Reanimationsquote bei 70 Prozent. Das bedeutet, bei zwei Drittel aller Herzstillständen beginnen Ersthelfer sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen.

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