Prognose

UN: Weltbevölkerung wächst schneller als angenommen

Ohne zusätzliche Familienplanungsangebote wird die Weltbevölkerung schneller wachsen als angenommen.

Viele Frauen in Afrika können nicht verhüten, obwohl sie es gerne möchten. (Foto: Flickr/Rod Waddington/CC BY-SA 2.0)

Viele Frauen in Afrika können nicht verhüten, obwohl sie es gerne möchten. (Foto: Flickr/Rod Waddington/CC BY-SA 2.0)

Die Weltbevölkerung wird von heute rund 7,6 Milliarden Menschen auf 9,8 Milliarden 2050 und 11,2 Milliarden 2100 wachsen. Das geht aus den neuesten Weltbevölkerungsprojektionen der Vereinten Nationen (UN) hervor. Zwar ist die Fertilität der meisten Ländern in den vergangenen Jahren zurückgegangen, doch gerade in Afrika ist sie weiterhin hoch. Dort bekommen Frauen derzeit durchschnittlich 4,7 Kinder, deutlich mehr als der weltweite Durchschnitt von 2,5 Kindern pro Frau. Die UN gehen in ihren Projektionen davon aus, dass die Fertilitätsrate in Afrika bis 2100 auf 2,1 Kinder pro Frau sinkt. Dazu sagt Renate Bähr, Geschäftsführerin der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW):

„Angesichts der geplanten Streichung sämtlicher Mittel für freiwillige Familienplanung durch die US-Regierung sehe ich die Rückgänge bei der Fertilität in Gefahr. Diese drohende Finanzierungslücke muss dringend geschlossen werden. Nur wenn Deutschland und andere Geberländer zusätzliche Mittel für Familienplanungsangebote bereitstellen, sind die neuen UN-Projektionen realistisch. Andernfalls laufen wir Gefahr, dass das Bevölkerungswachstum wieder an Fahrt aufnimmt. Bereits die heutige Bevölkerungszunahme stellt die Entwicklungsländer vor große Herausforderungen hinsichtlich der Ernährung, Gesundheitsversorgung und Bildung ihrer Bevölkerung. In 26 Ländern Afrikas wird sich die Einwohnerzahl bis 2050 voraussichtlich verdoppeln.“

In Kürze finde in London eine internationale Familienplanungskonferenz statt. Die deutsche Regierung solle dort zeigen, dass sie eine aktive Rolle bei dieser wichtigen Zukunftsfrage spiele. „Die nächste Bundesregierung muss einen stärkeren Beitrag dazu leisten, dass Frauen und Mädchen selbst bestimmen können, ob und wann sie schwanger werden.“

Noch immer können mehr als 220 Millionen Frauen in Entwicklungsländern nicht verhüten, obwohl sie das gerne möchten. Hätten alle diese Frauen Zugang zu modernen Verhütungsmitteln gäbe es jährlich 21 Millionen weniger ungeplante Geburten.

Die Weltbevölkerung wächst jedes Jahr um rund 83 Millionen Menschen. In den vergangenen Jahren ist die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau auf fast allen Kontinenten, mit Ausnahme von Europa, gesunken.

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