Gesellschaft

Social Progess Index: Deutschland steigt in sozialem Ranking

Die NGO Social Progress Imperative hat mit Deloitte die Entwicklung von Staaten bezüglich sozialer Gesichtspunkte analysiert.

Ein Hauptaugenmerk der Untersuchung lag auf den „Grundlagen des Wohlbefindens“. (Foto: Flickr/independentman/CC BY 2.0)

Ein Hauptaugenmerk der Untersuchung lag auf den „Grundlagen des Wohlbefindens“. (Foto: Flickr/independentman/CC BY 2.0)

Soziale Entwicklung ist nicht nur für Regierungen, sondern auch für Unternehmen der Privatwirtschaft hinsichtlich Marktzugang, Risikominimierung sowie Corporate-Social-Responsibility-Maßnahmen eine wichtige Messgröße, da diese Faktoren zunehmend Wertschöpfungsketten, gesellschaftliches Zusammenleben und somit das Wirtschaften beeinflussen. Der Social Progress Index verzeichnet erneut einen leichten Aufwärtstrend. Nordeuropäische Länder führen das Ranking an. Dänemark belegt Platz 1, gefolgt von Finnland, Island und Norwegen. Deutschland ist erstmals mit Rang 13 und einem Score von 88,50 in der Spitzengruppe mit dem höchsten sozialen Fortschritt vertreten.

Durch den Social Progress Index werden weltweit Länder anhand ihrer sozialen Fortschrittlichkeit und ihrer Entwicklung der Umweltqualität bewertet. Dieses Jahr wurden 128 Länder in Bezug auf 50 soziale und ökologische Faktoren analysiert. Die drei untersuchten Hauptkategorien sind dabei „menschliche Grundbedürfnisse“, „Grundlagen des Wohlbefindens“ und „Chancen und Möglichkeiten“.

„Die Lebensqualität in einem Land lässt sich nicht allein anhand ökonomischer Kennzahlen festmachen. Deutschland profitiert in hohem Maße von seiner wirtschaftlichen Stärke, welche Einfluss auf die meisten sozialen und ökologischen Anstrengungen hat. Im Zuge der Flüchtlingskrise hat sich zudem ein erhöhtes Maß an Toleranz und Integrationsbereitschaft gezeigt, sodass Deutschland insbesondere in dieser Kategorie einen großen Sprung nach vorne gemacht hat. Dennoch ist hier noch weitaus mehr möglich“, sagt Andreas Herzig, Partner und Leiter Sustainability Services bei Deloitte.

Mit dem 13. Platz landet Deutschland erstmals in der Spitzengruppe und liegt nur knapp hinter dem Vereinigten Königreich. Im Vergleich zum Vorjahr klettert die Bundesrepublik um zwei Plätze nach oben. In den Hauptkategorien Befriedigung der menschlichen Grundbedürfnisse, Grundlagen des Wohlbefindens sowie Chancen und Möglichkeiten erreicht Deutschland jeweils Plätze unter den 15 besten Nationen. Die Kategorien berücksichtigen Faktoren wie die Verfügbarkeit leistbaren Wohnraums, persönlicher Sicherheit und Freiheit, Zugang zu Trinkwasser oder Bildungsmöglichkeiten. Insbesondere bezüglich der Umwelt, welche zum einen durch höheren Wohlstand erst ausreichend geschützt werden kann, jedoch gleichzeitig auch über Investitionen und Arbeitsplatzschaffung positive Auswirkungen auf die Wirtschaftsleistung haben kann, nimmt Deutschland den 5. Platz ein, hinter der Schweiz, Schweden, Spanien und Großbritannien.

Trotz des sehr positiven Gesamtergebnisses liegt Deutschland in manchen Bereichen unter dem zu erwartenden Wert. Setzt man das BIP mit dem Grad des sozialen Fortschritts in Relation, zeigen sich vor allem im Gesundheitsbereich sowie beim Zugang zu hochqualifizierenden Bildungseinrichtungen Optimierungspotenzial. Auch wenn im Bereich gesellschaftliche Toleranz und Inklusion ein großer Schritt nach vorn gelingen konnte, kann Deutschland auch hier noch mehr tun, um den Abstand zur Spitze weiter zu verringern.

Länder mit höchstem sozialem Fortschritt:

Die Top 20 im sozialen Fortschritt dominieren hauptsächlich europäische Staaten. Führend sind die nordischen Länder. Dänemark schafft es auf Platz 1, Finnland rutscht auf Platz 2. Den dritten Platz teilen sich Island und Norwegen. Die Schweiz komplettiert die Top 5 und punktet vor allem bei ökologischen Aspekten. Die USA landen auf einem recht enttäuschenden 18. Platz im Ranking, was vor allem auf das schwache Gesundheitssystem in den Vereinigten Staaten zurückzuführen ist.

Mit einem Gesamtergebnis von 64,85 von 100 Punkten lässt sich global eine leichte Verbesserung zum Vorjahr (2016: 62,88 Punkte) feststellen. Der weltweite soziale Fortschritt findet zwar statt, weist aber je nach Region starke Unterschiede in Ausprägung und Geschwindigkeit auf. Insbesondere in Zentralafrika oder Krisenregionen wie Afghanistan liegen die Werte deutlich unter dem Durchschnitt.

„Gerade der verbesserte Zugang zu Information, Kommunikation und weiterführender Bildung sorgt im Zeitalter der Digitalisierung und einer auf Wissen basierenden Wirtschaft für steigenden Fortschritt. Die Verbreitung von Mobiltelefonen und Smartphones sowie ein hohes Bildungsniveau sind entscheidende Faktoren für einen nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg Deutschlands“, so Herzig.

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