Politik

Medizin: Merkel räumt Rückstände bei Digitalisierung ein

Merkel hat Deutschland im weltweiten Vergleich mangelhafte Entwicklung bei der Digitalisierung in der Medizin attestiert.

„Unser Ziel in der Gesundheitsforschung, und deshalb haben wir ja auch in der Hightech-Strategie da einen Schwerpunkt gesetzt, muss ja sein, auch Rückstände aufzuholen“, sagte Merkel (CDU) in einem kürzlich veröffentlichten Video-Beitrag auf der Website der Bundeskanzlerin.

Bei der Ausschreibung von Forschungsprojekten müsse man mit dem Forschungsministerium darüber sprechen, was Forscher behindert, Verfahren müssten beschleunigt werden. Auch sprach sich die Kanzlerin für die seit Jahren geplante Einführung einer elektronischen Gesundheitskarte aus, berichtet die dpa.

In der Medizin umfasst Digitalisierung verschiedene Aspekte, etwa den Einsatz von Robotern bei Operationen. Beispielsweise sollen sich aber auch Krankenhäuser besser mit Experten austauschen können.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung sieht in der Digitalisierung große Potentiale: „Die zunehmende Digitalisierung des gesellschaftlichen Lebens verändert die Anforderungen an eine moderne Gesundheitsversorgung und bietet zugleich Chancen für ein effizienteres Gesundheitssystem (…). Sie könnte das heutige Gesundheitssystem grundlegend verändern, so dass jede Patientin und jeder Patient von besseren Diagnosen und individuelleren Behandlungen profitiert.“ In Zukunft werde es durch die Vernetzung und Verarbeitung von Gesundheitsdaten immer öfter möglich sein, bessere Diagnoseverfahren und für das Individuum maßgeschneiderte Therapien zu konzipieren. Weitere Beispiele seien telemedizinische Anwendungen etwa in der Kardiologie, die eine bessere Versorgung von Menschen in ländlichen Regionen ermögliche oder die Entwicklung neuartiger Therapieansätze: Online-Therapien würden zum Beispiel immer häufiger für die Behandlung von Depressionen eingesetzt. Daten seien daher eine wichtige Ressource für die zukünftige Gesundheitsforschung und -versorgung. Gerade bei sensiblen Gesundheitsdaten müssten dabei auch grundlegende Aspekte berücksichtigt werden, insbesondere, wer über die Verwendung der erhobenen Daten bestimmen dürfe.

Einige dieser Anwendungen sind heute schon Realität, andere erst in der Entwicklung. Mit der neuen Hightech Strategie und der Digitalen Agenda will die Bundesregierung die innovationspolitischen Weichen stellen, um die Chancen der Digitalisierung in Deutschland zu nutzen. Mit Förderschwerpunkten setzt das Bundesforschungsministerium Impulse. Zum Beispiel mit dem Förderkonzept zur Medizininformatik. „Ziel ist die Etablierung digitaler Infrastrukturen als Grundlage für den standortübergreifenden Daten- und Wissensaustausch zwischen Versorgung und Forschung“, heißt es hierzu. Nur so könne das Potenzial der vorhandenen Daten und des medizinischen Wissens voll ausgeschöpft werden. Mittelfristiges Ziel sei die Einbindung möglichst vieler deutscher Kliniken und auch niedergelassener Ärzte sowie Patienten.

Parallel dazu unterstützt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die Entwicklung neuer Methoden, zum Beispiel um die gewaltigen Mengen an Daten überhaupt auswerten zu können, informiert das Ministerium. In Berlin und in Dresden/Leipzig wurden zwei Big Data Zentren etabliert, die intensiv nach Verfahren suchen, um große Mengen an Daten zu integrieren, auszuwerten und zu visualisieren. Das Deutsche Netzwerk für Bioinformatik befasse sich ebenfalls mit großen Datenmengen, zum Beispiel aus Genom-Sequenzierungen und stellt Werkzeuge für die gesamte Wissenschaftsgemeinschaft bereit.

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