Pharma

Morphosys schafft Durchbruch bei Schuppenflechte-Mittel

Ein wichtiges Mittel von Morphosys ist in den USA zugelassen worden. Umsatz-Beteiligungen verschaffen nun Spielräume.

Die Schuppenflechte (Psoriasis) ist eine chronisch-entzündliche, erblich veranlagte Hauterkrankung, (Foto: Flickr/ahyakal/CC BY 2.0)

Die Schuppenflechte (Psoriasis) ist eine chronisch-entzündliche, erblich veranlagte Hauterkrankung, (Foto: Flickr/ahyakal/CC BY 2.0)

Das defizitäre Biotechunternehmen Morphosys hat bei seinem Schuppenflechte-Mittel den ersehnten Durchbruch in den USA erzielt. Der Lizenz-Partner Janssen, eine Tochter des US-Pharma- und Konsumgüterkonzerns Johnson & Johnson, habe die erhoffte Zulassung für den Wirkstoff Guselkumab erhalten, teilte die Firma vor wenigen Tagen mit. Morphosys erhalte nun eine Meilensteinzahlung von Janssen, die durch die Zulassung ausgelöst wird. Daneben winkt auch eine jährliche Umsatzbeteiligung. Es ist der erste von einem Partner entwickelte Antikörper aus den Laboren von Morphosys, der auf den Markt kommt.

Morphosys sieht nun bessere Zeiten auf sich zukommen. „Die Tantiemen, die wir von unserem Lizenzpartner zu erwarten haben, sind für Morphosys sehr interessant“, sagte Firmenchef Simon Moroney der Nachrichtenagentur Reuters. Sie verschafften dem Unternehmen finanzielle Spielräume für die Entwicklung weiterer Wirkstoffe. „In diesem Jahr erwarten wir eine Umsatz-Beteiligung für fünf Monate.“ Diese Zahlung sei anders als die Meilensteinzahlung in der Jahresprognose noch nicht enthalten.

„Wie hoch die Tantiemen letztendlich ausfallen werden, hoffen wir in naher Zukunft sagen zu können“, so Moroney. Der Vorstand erwarte aber einen Anteil am Umsatz im mittleren einstelligen Prozentbereich. Analysten rechneten mit einem Umsatzpotenzial des Medikamentes in der Spitze weltweit zwischen ein und zwei Milliarden Euro pro Jahr, wobei 40 bis 50 Prozent auf die USA entfielen.

Hohe Forschungskosten hatten Morphosys zum Jahresauftakt tiefer in die Verlustzone gedrückt. Für 2017 rechnet die Biotechfirma unverändert mit Forschungs- und Entwicklungskosten von bis zu 95 Millionen Euro. Der operative Verlust wird sich deshalb auf 75 bis 85 Millionen Euro erhöhen, der Umsatz soll bei 46 bis 51 Millionen liegen. Neben Guselkumab will Morphosys auch seine eigenen Produkte vorantreiben. So soll etwa in diesem Jahr die dritte und damit letzte Phase der klinischen Entwicklung mit dem Blutkrebsmittel MOR208 gestartet werden.

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