Analyse

Kein Verständnis für Schaulustige

Ob nach einem schweren Verkehrsunfall oder einem Großbrand: Schaulustige haben nach Überzeugung von neun von zehn Bundesbürgern an Unglücksorten nichts zu suchen.

Viele glauben, dass es bei schweren Unglücken immer Schaulustige geben wird. (Foto: Günther Richter / pixelio.de)

Viele glauben, dass es bei schweren Unglücken immer Schaulustige geben wird. (Foto: Günther Richter / pixelio.de)

Laut einer repräsentativen Umfrage des Gesundheitsmagazins „Apotheken Umschau“ sind 93,6 Prozent der Frauen und Männer der Meinung, dass jeder, der sich nicht aktiv an den Rettungsarbeiten beteiligt, möglichst schnell die Unfallstelle verlassen sollte.

Fast genauso viele (92,3 Prozent) verlangen, dass neben Polizei und Feuerwehr auch Notärzte das Recht bekommen sollten, Platzverweise gegenüber Schaulustigen auszusprechen, wenn diese sie bei ihren Rettungstätigkeiten behindern. Und sechs von zehn Deutschen (62,6 Prozent) plädieren dafür, dass die Polizei bei Unglücksfällen grundsätzlich die Personalien aller unbeteiligten Zuschauer notieren sollte, damit diese später eventuell wegen unterlassener Hilfeleistung belangt werden können.

Allerdings glauben 85,9 Prozent der Frauen und Männer auch, dass es bei schweren Unglücken immer Schaulustige geben wird, da Neugierde einfach etwas Menschliches ist. Immerhin 38,2 Prozent empfinden es als faszinierend, Polizei, Feuerwehr oder Notärzte bei einem Einsatz live zu erleben. Wenn in der eigenen Nachbarschaft Rettungskräfte im Einsatz sind, schauen sich das 37,4 Prozent in der Regel näher an, schließlich möchte man ja informiert sein, was in der näheren Umgebung so passiert. Und fast jede/r Dritte (31,3 Prozent) räumt ein, bei Verkehrsunfällen schon mal langsam an der Unfallstelle vorbeizufahren und sich das Geschehen anzuschauen – um zu erfahren, weshalb er/sie im Stau steht. Für jeden Vierten (24,8 Prozent) ist es völlig in Ordnung, das Unfallgeschehen aus nächster Nähe zu betrachten, solange man die Rettungskräfte nicht behindert.

Quelle: Eine repräsentative Umfrage des Gesundheitsmagazins „Apotheken Umschau“, durchgeführt von der GfK Marktforschung Nürnberg bei 2.022 Personen ab 14 Jahren (1.031 Frauen und 991 Männern).

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