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MS: Blogger stellen kognitive Herausforderungen in den Fokus

Temporäre Gedächtnisstörungen kommen bei vielen vor. Bei Erkrankungen können verstärkt Störungen der Denkprozesse auftreten.

„Wie ein leeres Blatt im Oberstübchen“, beschreiben Betroffene die Auswirkungen ihrer Krankheit. (Foto: obs/Sanofi Genzyme Deutschland/Till Gläser, MS-Persönlich)

„Wie ein leeres Blatt im Oberstübchen“, beschreiben Betroffene die Auswirkungen ihrer Krankheit. (Foto: obs/Sanofi Genzyme Deutschland/Till Gläser, MS-Persönlich)

Ko|g|ni|ti|on, die: laut Duden definiert als Erkennen, Wahrnehmen. Gemeint ist mit dem Begriff meist das Denken im umfassenden Sinne, also etwas, dass wir alle im Alltag tun. Häufig, ohne uns dessen bewusst zu sein. Aber was passiert, wenn unser Gehirn uns im Stich lässt? Vorübergehende Gedächtnis- oder Konzentrationsstörungen sind „normal“ und kein Grund zur Sorge. Kognitive Schwierigkeiten können aber auch als Begleitsymptome einiger Erkrankungen auftreten und den Betroffenen das Leben erschweren.

Menschen mit Multipler Sklerose (MS) bemerken beispielsweise öfter eine reduzierte geistige Beweglichkeit. Am häufigsten betroffen sind hier die Bereiche Aufmerksamkeit, Gedächtnis, räumlich-visuelle Verarbeitung und Exekutivfunktionen (wie zum Beispiel das Planen einer Handlung). Wie sich diese theoretischen Fakten im Alltag auf das Leben Betroffener auswirken, erzählen die Blogger des Blogger-Projektes „Einblick“ von „MS persönlich“, die MS-Begleiter Zeitschrift* im aktuellen Schwerpunktthema Kognition auf http://einblick.ms-persoenlich.de/.

Neben Anekdoten zu unzuverlässigen Gedächtnisleistungen stehen hier authentische Vorschläge für Menschen mit MS zum Umgang mit außergewöhnlichen Situationen im Vordergrund und vor allem die Gewissheit, nicht alleine mit den Herausforderungen kognitiver Schwierigkeiten konfrontiert zu sein.

Es ist nie schön, wenn das Gedächtnis in entscheidenden Momenten versagt. Bloggerin Christina beschreibt auf „Einblick“ auf humorvolle und bewegende Art und Weise, wie sich ihre Aufmerksamkeitsspanne zu der eines Kleinkindes minimiert und sie sich anstrengen muss, Gesprächen zu folgen. Dazu kommen auch gedankliche Totalausfälle: „Mein Kurzzeitgedächtnis ist unberechenbar. Ich muss mir alles aufschreiben und dann muss mir auch noch einfallen, dass ich es mir aufgeschrieben habe.“ Oft fühlt sie sich, als habe sie ein leeres Blatt im Oberstübchen. „Oder es ist nicht leer, sondern vollgekritzelt mit sinnlosem Zeug und ich finde die angefragte Information einfach nicht.“ Bei allen Herausforderungen, mit denen sich Christina durch die MS konfrontiert sieht, hat ihr Lebensmut jedoch nicht gelitten. Es gebe auch Licht am Ende des Tunnels, so die Bloggerin: „Meine Kreativität ist regelrecht explodiert in den letzten Jahren. Ich bin ständig auf der Suche nach neuen Ideen, Herausforderungen, Do it yourself’s. Ich probiere viel aus, verwerfe wieder, verfolge weiter, mir gelingt ganz viel und ich freue mich am Ergebnis. Malen, nähen, spinnen, stricken, basteln, streichen, am liebsten alles auf einmal.“

Wie sich Menschen mit MS fühlen, wissen die Blogger des Projektes „Einblick“ aus eigener Erfahrung. Entsprechend realitätsnah und „echt“ sind ihre Beiträge. Das Projekt unterscheidet sich von anderen sowohl durch den Mix der monatlich wechselnden Themen als auch durch den Perspektivenwechsel: Dieser greift die Sicht der Angehörigen und Freunde auf, die sich oft mit der Diagnose und der Frage des Umgangs mit der Erkrankung überfordert fühlen. Ob Angehörige, MS-Nurses, Ärzte oder schreibbegeisterte MS-Betroffene, die Gastbeiträge bieten jedem, der gerne zu Wort kommen möchte, die Möglichkeit des Mitgestaltens. Die verschiedenen Autoren geben den jeweiligen Themen durch ihren ganz eigenen Stil in Texten oder Videos eine individuelle Note. Regelmäßige Aufrufe und Umfragen, beispielsweise zum Umgang mit Fatigue oder zu Reaktionen auf die Diagnose, beziehen auch die Leser aktiv ein. Die Ergebnisse werden für die „Einblick“-Seite aufbereitet und dort veröffentlicht.

* „MS persönlich“ ist die Zeitschrift von „MS-Begleiter“, dem Patienten Service Programm von Sanofi Genzyme. „MS persönlich“ richtet sich an alle Menschen mit MS, ihre Angehörigen und Interessierte.

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