Medizintechnik

Rhön-Klinikum: Mehr künstliche Intelligenz in der Medizin

Das Rhön-Klinikum rechnet mit einem vermehrten Einsatz von künstlicher Intelligenz. Der Arzt behält aber das letzte Wort.

Künstliche Intelligenz unterstützt den Arzt. Die finale Entscheidung nimmt der Computer aber nicht ab. (Foto: Flickr/Hamza Butt/CC BY 2.0)

Künstliche Intelligenz unterstützt den Arzt. Die finale Entscheidung nimmt der Computer aber nicht ab. (Foto: Flickr/Hamza Butt/CC BY 2.0)

Werden Knochenbrüche, Herzprobleme oder Krebserkrankungen künftig mittels künstlicher Intelligenz in den Kliniken erkannt? Der Vorstandschef des privaten Krankenhausbetreibers Rhön-Klinikum, Stephan Holzinger, kann sich das gut vorstellen. „Perspektivisch werden wir vermehrt den Einsatz von künstlicher Intelligenz sehen, auch bei der Diagnoseerstellung. Das scheint derzeit aber jedenfalls hierzulande noch ein längerer Weg zu werden“, sagte Holzinger der Welt am Sonntag. Dennoch werde auch künftig der Arzt immer das letzte Wort haben. „Das steht außer Frage.“

Das Rhön-Klinikum entwickelt derzeit ein Campus-Konzept, bei dem auch stark auf Digitalisierung gesetzt wird, so die dpa. So hat der Konzern eine elektronische Gesundheitsakte entwickelt, in der alle Patientendaten, auch Befunde und wichtige Dokumente, gespeichert werden können. Damit soll dem fränkischen Unternehmen zufolge das Risiko falscher Diagnosen gesenkt werden.

„Treffsichere, rasche Diagnosen statt tagelangem Irrlauf durch die Praxen. Das erwarten Patienten heutzutage in der App-Economy“, sagte Holzinger weiter. Seit Oktober 2016 wird die webbasierte elektronische Patientenakte WebEPA+ in der Zentralklinik Bad Berka sowie im Klinikum Frankfurt (Oder) eingesetzt. Die Web EPA+ ist eine elektronische Akte, die für jeden Patienten alle medizinisch relevanten Informationen wie Bilddaten, Diagnosen oder Medikationen aufnehmen kann. „Alle Informationen werden verschlüsselt gespeichert und für die Weitergabe ist immer das ausdrückliche Einverständnis des Patienten notwendig“, so Rhön-Klinikum. „Diese Datenkönnen dann von den verschiedenen Ärzten, die am Behandlungsprozess beteiligt sind, individuell abgerufen werden. Durch die elektronische Patientenakte sei es möglich, Haus-, Fach- und Klinikärzte miteinander zu vernetzen und somit eine bestmögliche Versorgung der Patienten zu gewährleisten.

Zudem sei im Rahmen einer Kooperation mit IBM Watson der erste Einsatz des sprachgesteuerten, kognitiven Computers am Zentrum für unerkannte und seltene Erkrankungen und in der Notfallambulanz am Universitätsklinikum Marburg bereits erfolgreich erprobt worden, schreibt er hierzu im Geschäftsbericht 2016. „Wir gehen diesen Weg weiter mit dem Ziel, diese modernste Technologie auf dem Campus Bad Neustadt in der Fläche einzusetzen und dabei Effizienzvorteile zu heben, zum Beispiel bei der automatischen Codierung von erbrachten Leistungen.“

Am Stammsitz im nordbayerischen Bad Neustadt soll der erste Campus Anfang 2019 gestartet werden. Rhön-Klinkum betreibt an fünf Standorten elf Kliniken.

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