Neue Substitutions-Richtlinie

Bessere Therapiemöglichkeiten und mehr Rechtssicherheit für Ärzte – dieses Ziel verfolgt die neue Substitutions-Richtlinie der Bundesärztekammer (BÄK) zur Behandlung Opioidabhängiger, die am 2. Oktober 2017 in Kraft…

Bessere Therapiemöglichkeiten und mehr Rechtssicherheit für Ärzte – dieses Ziel verfolgt die neue Substitutions-Richtlinie der Bundesärztekammer (BÄK) zur Behandlung Opioidabhängiger, die am 2. Oktober 2017 in Kraft getreten ist. Den Patienten soll damit ärztlicherseits noch besser geholfen werden, ihr Leben zu ordnen, nicht mehr straffällig zu werden und einen Weg zurück ins Arbeitsleben zu finden. Etwa die Hälfte aller Opioidabhängiger befinde sich laut BÄK derzeit in einer Substitutionsbehandlung. Der Bundesrat hatte mit der im Mai 2017 verabschiedeten Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung (BtMVV) den Rahmen für diese Behandlung neu gestaltet und ärztlich-therapeutische Belange in die Richtlinienkompetenz der BÄK übertragen. Ärzte könnten nun die Therapieziele flexibler an die aktuelle Situation ihres Patienten anpassen. Die Konsiliarregelung, die die gemeinsame Behandlung mit suchtmedizinisch nicht erfahrenen Ärztinnen und Ärzten ermöglicht, wird von drei auf zehn Patienten erhöht. Stabile, gut reintegrierte Patienten können das Substitutionsmittel bis zu 30 Tage lang eigenverantwortlich einnehmen, wenn es zum Beispiel ihre Arbeit oder längere Urlaubszeiten erfordern. Da viele langjährig Substituierte inzwischen auch in Pflegeheimen oder Hospizen lebten, werde den behandelnden Ärzten die Betreuung dieser Patienten in diesen Einrichtungen erleichtert. „Mit der Neuregelung verbinde ich auch die Hoffnung, dass sich nun weitere Ärztinnen und Ärzte für diese lebensrettende und medizinisch hoch wirksame Behandlung motivieren lassen“, erklärte Dr. Heidemarie Lux, Vizepräsidentin der Bayerischen Landesärztekammer und Suchtbeauftragte des Vorstandes. » Zur Richtlinie » Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung (BtMVV)

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