Pharma

Merck erhält Zulassung für neue Krebsimmuntherapie in Europa

Merck darf seine Krebsimmuntherapie nun auch in Europa vertreiben. Sie ist der größte Hoffnungsträger des Unternehmens.

Annähernd 2.500 Europäer erkranken jedes Jahr an MCC. Bei 5 bis 12 Prozent der liegt zum Zeitpunkt der Diagnose ein metastasiertes Erkrankungsstadium vor. (Foto: Flickr/ Praktyczny Przewodnik/CC BY 2.0)

Annähernd 2.500 Europäer erkranken jedes Jahr an MCC. Bei 5 bis 12 Prozent der liegt zum Zeitpunkt der Diagnose ein metastasiertes Erkrankungsstadium vor. (Foto: Flickr/ Praktyczny Przewodnik/CC BY 2.0)

Der Pharma- und Chemiekonzern Merck darf seine Krebsimmuntherapie Bavencio nun auch in Europa auf den Markt bringen. Von der EU-Kommission erhielt Merck die Zulassung für das Mittel zur Behandlung einer seltenen und aggressiven Form von Hautkrebs. Erste Markteinführungen seien in Deutschland und Großbritannien schon im Oktober zu erwarten, teilte das Unternehmen mit. Neben der EU würde das Medikament auch in Island, Liechtenstein und Norwegen auf den Markt gebracht.

In den USA hatte Merck schon im März die Zulassung erhalten, die US-Zulassungsbehörde FDA hatte damit erstmals überhaupt den Verkauf eines Mittels zur Behandlung des metastasierten Merkelzellkarzinoms (mMCC) genehmigt, so Reuters. Bavencio, das auch unter dem Namen Avelumab bekannt ist, ist weltweit das erste zugelassene Medikament in dieser Indikation. Die EU-Freigabe des Medikaments komme daher nicht unerwartet, so die dpa.

Tests zur Behandlung weiterer Krebsarten befinden sich gerade in der letzten klinischen Stufe. Eine Indikation gegen einen Tumor im Harntrakt ist zudem schon in den USA zugelassen. Bavencio ist ein Mittel aus der Immuntherapie. Sie zielt darauf, das körpereigene Abwehrsystem zu stärken, um Krebszellen zu zerstören.

Die Krebsimmuntherapie, für die Merck eine Partnerschaft mit dem US-Pharmakonzern Pfizer geschlossen hat, ist der größte Hoffnungsträger des hessischen Unternehmens. Von dem Krebsmittel soll in Zukunft ein Großteil der neuen Pharmaumsätze kommen.

In der Pharmabranche ist ein regelrechtes Wettrennen um die Vorherrschaft in diesem Milliardenmarkt entbrannt, so Reuters. Hohe Summen fließen dafür in die Forschung und in Zukäufe. Erst kürzlich kündigte der US-Pharmakonzern Gilead die Übernahme der in diesem Bereich tätigen US-Biotechfirma Kite für knapp zwölf Milliarden Dollar an.

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