Analyse

Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle gestiegen

Die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle hat im ersten Halbjahr 2017 entgegen dem Trend zugenommen.

Die Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle blieb dagegen im Vergleich zur ersten Jahreshälfte 2016 weitgehend stabil. (Foto: flickr/rosmary)

Die Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle blieb dagegen im Vergleich zur ersten Jahreshälfte 2016 weitgehend stabil. (Foto: flickr/rosmary)

Die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle hat im ersten Halbjahr 2017 entgegen dem Trend zugenommen. Das geht aus vorläufigen Zahlen der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen hervor, die ihr Spitzenverband, die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) in Berlin veröffentlicht hat. Danach verloren in den ersten sechs Monaten des Jahres 223 Menschen durch einen Arbeitsunfall das Leben. Im Vorjahreszeitraum waren es 198. Die Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle blieb dagegen im Vergleich zur ersten Jahreshälfte 2016 weitgehend stabil. Sie lag bei 433.037 Unfällen und damit 1.566 Unfälle niedriger als in den ersten beiden Quartalen 2016. Die Zahl der neuen Unfallrenten ging um 227 auf 6.654 zurück.

„Im Bereich der UV der gewerblichen Wirtschaft und der UV der öffentlichen Hand ereigneten sich 2016 insgesamt 877.071 meldepflichtige Arbeitsunfälle, die eine Arbeitsunfähigkeit von mehr als drei Tagen oder den Tod zur Folge hatten, das sind 1,3 % mehr als im Vorjahr“, bilanziert die DGUV. Das Arbeitsunfallrisiko je 1.000 Vollarbeiter sei mit einem Wert von 21,89 um 0,4 Prozent gesunken.

Im Jahr 2016 seien 14.132 schwere Arbeitsunfälle zu verzeichnen gewesen, bei denen es zur Zahlung einer Rente oder eines Sterbegelds gekommen sei. Damit sei das Risiko je 1.000 Vollarbeiter, einen schweren Arbeitsunfall zu erleiden, von 0,367 im Vorjahr auf 0,353 in 2016 um 3,9 % zurückgegangen. Darüber hinaus hätten sich 424 tödliche Arbeitsunfälle ereignet.

„Auch wenn wir es im langjährigen Vergleich mit niedrigen Unfallzahlen zu tun haben, kann uns diese Situation nicht zufriedenstellen“, erklärt DGUV-Hauptgeschäftsführer Dr. Joachim Breuer zu den aktuellsten Zahlen. Gerade mit Blick auf die tödlichen Arbeitsunfälle dürfe es keinen Stillstand geben. „Jeder dieser Unfälle ist einer zu viel.“

Mit einer neuen Kampagne wollen Berufsgenossenschaften und Unfallkassen daher den Stellenwert von Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit in den Fokus rücken. Der Auftakt erfolgte auf der Arbeitsschutzmesse A+A am 18. Oktober 2017 in Düsseldorf.

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