Analyse

Millionen Tote wegen Umweltverschmutzung

Eine internationale Studie ergibt, dass Belastungen von Luft, Wasser und Böden im Jahr 2015 etwa neun Millionen vorzeitige Todesfälle verursacht haben.

Die Auswirkungen sind vor allem in den Ländern, in denen die Industrie rapide ausgebaut wird, zu spüren. (Foto: Flickr/ Agustín Ruiz/CC BY 2.0)

Die Auswirkungen sind vor allem in den Ländern, in denen die Industrie rapide ausgebaut wird, zu spüren. (Foto: Flickr/Agustín Ruiz/CC BY 2.0)

Umweltverschmutzung trägt weltweit zu jedem sechsten Todesfall bei. Todesursachen sind vor allem Herzerkrankungen, Schlaganfälle und Lungenleiden. In Deutschland gehen die Forscher davon aus, dass eine belastete Umgebung zum Tod von mehr als 62 000 Menschen beitrug, etwa 6,6 Prozent aller hiesigen Todesfälle, wie das Forscherteam im Fachblatt The Lancet schreibt. Die Arbeit soll der Politik helfen, die richtigen Schlüsse zu ziehen, um die Situation abzumildern, berichtet die dpa.

Die mit Abstand gravierendsten gesundheitlichen Folgen hat demnach Luftverschmutzung. Sie hing 2015 mit 6,5 der insgesamt 9 Millionen Todesfälle zusammen und trägt vor allem zu Herz-Kreislauf- und Lungenerkrankungen bei. Zudem starben 1,8 Millionen Menschen, weil sie sich durch verschmutztes Wasser Parasiten und Verdauungsprobleme zugezogen hatten. Schadstoffe am Arbeitsplatz und Bleivergiftungen trugen demnach zusammen zu weiteren 1,3 Millionen Todesfällen bei. Da sehr viele Schadstoffe unbekannt oder nicht ausreichend untersucht sind, gehen die Forscher davon aus, dass die tatsächlichen Zahlen höher liegen.

Reuters zufolge seien die Auswirkungen vor allem in den Ländern, in denen die Industrie rapide ausgebaut werden, zu spüren. Auf diese Länder, darunter Indien, Pakistan, China, Bangladesch oder Madagaskar, entfalle ungefähr ein Viertel der Toten. „Verschmutzung ist viel mehr als eine Herausforderung für die Umwelt, es ist eine schwerwiegende und allgegenwärtige Bedrohung, die viele Aspekte der menschlichen Gesundheit betrifft“, sagte Philip Landrigan, Professor bei der Icahn School of Medicine, der an der Untersuchung beteiligt war. Die Studie wurde von etwa 40 internationalen Wissenschaftlern zusammengetragen.

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