Forschung

Impfung gegen Lepra kann bald an Menschen getestet werden

Im Kampf gegen Lepra will das Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfswerk DAHW einen neuen Impfstoff auf den Weg bringen.

Ein philippinischer Junge, der an Lepra erkrankt ist. (Foto: Flickr/moyerphotos/CC BY 2.0)

Ein philippinischer Junge, der an Lepra erkrankt ist. (Foto: Flickr/moyerphotos/CC BY 2.0)

Der Wirkstoff gegen die Infektionskrankheit sei bereits erfolgreich an Gürteltieren getestet und vor wenigen Tagen für klinische Studien am Menschen freigegeben worden, sagte DAHW-Geschäftsführer Burkard Kömm kürzlich in Würzburg. Am 20. Oktober feierte das DAHW am Hauptsitz in Würzburg sein 60-jähriges Bestehen mit einem Festakt. Gürteltiere eignen sich laut DAHW für solche Tests, weil sie als eines von wenigen Tieren Träger des Lepra-Erregers sind.

„Wir hoffen, dass die Feldstudien innerhalb der nächsten sechs Monate starten können“, sagte Kömm. Die Forschung war von 15 weltweit tätigen Lepra-Hilfsorganisationen finanziert worden. Bislang gibt es laut DAHW keine Lepra-Impfung.

Lepra ist eine Infektionskrankheit, die von Bakterien ausgelöst wird. „Der Erreger, das Mycobacterium leprae, befällt Haut, Nervensystem und selten auch andere Organe. Als direkte Folge werden vor allem Hände und Füße gefühllos und es treten Lähmungserscheinungen auf. An diesen tauben Gliedmaßen verletzen sich Patienten, ohne es zu merken. Daraus entstehen chronische Entzündungen, die zu den für Lepra typischen Behinderungen führen“, so das DAHW.“ Die Übertragungswege konnten bis heute nicht eindeutig identifiziert werden, größtenteils erfolgt die Ansteckung über Tröpfcheninfektion.“ Lepra sei eine „sichtbare“ Krankheit, so das DAHW. Die soziale Ausgrenzung der Betroffenen gehöre selbst im 21. Jahrhundert noch immer zum Alltag.

Heutzutage gilt Lepra als heilbar. Die Weltgesundheitsorganisation meldete im September einen leichten Anstieg der Neuerkrankungen. Insgesamt registrierte die WHO 2016 fast 215 000 Fälle. 2015 waren es knapp 212 000 Fälle. Der Großteil der Erkrankten lebten in Indien, Afrika und Brasilien. In Deutschland werden pro Jahr etwa fünf bis sechs Leprafälle diagnostiziert, entsprechend wüssten auch die meisten Menschen in Deutschland nicht sehr viel darüber.

Probleme machen dem DAHW zufolge vor allem die Betroffenen in schwer erreichbaren Regionen. „Viele Leprakranke wissen nicht, was sie haben und gehen nicht zum Arzt. Oder sie haben Angst vor einer Stigmatisierung“, sagte Kömm. Das führe immer wieder zu Neuansteckungen.

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