Unternehmen

Arbeitnehmer wollen bei Verkauf von Merck-Sparte mitreden

Vor einem Verkauf der Sparte für rezeptfreie Medikamente drängen die deutschen Merck-Arbeitnehmer auf ein Mitbestimmungsrecht.

Die betroffenen deutschen Arbeitnehmer des Darmstädter Pharmakonzerns Merck KGaA wollen bei einem Verkauf mitreden. (Foto: Flickr/Martin Kaba/CC BY 2.0)

Die betroffenen deutschen Arbeitnehmer des Darmstädter Pharmakonzerns Merck KGaA wollen bei einem Verkauf mitreden. (Foto: Flickr/Martin Kaba/CC BY 2.0)

„Wir wollen, dass Merck unter den Interessenten den für Mitarbeiter und Unternehmen besten Kandidaten auswählt“, sagte die deutsche Betriebsratsvorsitzende der Consumer-Health-Sparte, Claudia Palesch, der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX.

Die Führung des Pharma- und Spezialchemiekonzerns habe in mehrmaligen Gesprächen bereits grundsätzliche Gesprächsbereitschaft signalisiert. Bei der Suche nach dem besten Käufer geht es den Arbeitnehmervertretern laut Palesch vor allem um Beschäftigungszusagen, Tarifbindung und die Standortsicherung.

Merck hatte sein sogenanntes OTC-Geschäft („Over the Counter“) im September zur Disposition gestellt und die Überprüfung verschiedener Optionen angekündigt. Inzwischen deutet alles auf einen Verkauf hin: Unternehmenskreisen zufolge hat der Konzern kürzlich damit begonnen, auf potenzielle Käufer zuzugehen und gewährt diesen Einblick in vertrauliche Geschäfts- und Finanzdaten. Analysten schätzen den Wert der Sparte auf bis zu 4 Milliarden Euro. Mit einer Entscheidung wird bis Anfang 2018 gerechnet.

Am Markt werden als potenzielle Käufer Pharmagrößen wie Bayer, Sanofi oder GlaxoSmithKline genannt. Die Glaxo-Chefin, Emma Walmsley, hatte erst vor kurzem Interesse an der Merck-Sparte bekundet. In Betracht kommen aber auch Unternehmen wie Reckitt Benckiser oder Johnson & Johnson sowie der Lebensmittelhersteller Nestle, der sein Geschäft derzeit umbaut und in andere Bereiche drängt.

Mit Mercks Suche nach Käufern kommt erneut Bewegung in den Markt für die Selbstmedikation. Anfang des Jahres hatte der Sanofi-Konzern in einem Tauschgeschäft den Bereich mit rezeptfreien Arzneien von Boehriger Ingelheim übernommen. Nun bieten gleich zwei Konzerne ihre Selbstmedikation an: Auch der US-Konzern Pfizer will sich aus dem OTC-Geschäft zurückziehen.

Von einem möglichen Verkauf der Merck-Sparte wären weltweit 3800 Mitarbeiter betroffen, in Deutschland beschäftigt Consumer Health etwa 280 Menschen. Zum Produktangebot gehören unter anderem Nasensprays („Nasivin“) und Vitaminpräparate („Femibion“, „Seven Seas“). Im vergangenen Jahr erzielte die Sparte einen Umsatz von 860 Millionen Euro.

 

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