Analyse

Viele Deutsche gehen mit dem Smartphone ins Bett

Millionen Deutsche können sich auch nachts nicht von ihrem Smartphone trennen.

Ein Smartphone hat nichts im Schlafzimmer zu suchen. (Foto: Flickr/ m01229/CC BY 2.0)

Ein Smartphone hat nichts im Schlafzimmer zu suchen. (Foto: Flickr/
m01229/CC BY 2.0)

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Marktforschungsinstituts Toluna, die von der Krankenkasse pronova BKK in Auftrag gegeben wurde. Rund vier von zehn Befragten (38 Prozent) gaben an, direkt vor und nach dem Schlafen auf ihr Smartphone zu schauen. Bei den unter 30-Jährigen sind es laut Studie sogar sieben von zehn (70 Prozent).

„Das Smartphone als Wecker zu benutzen, verführt auch während der für den Körper wichtigen Ruhephasen zum Draufschauen“, zitiert die dpa Lutz Kaiser, Vorstand der pronova BKK. Dieser Trend sei durchaus bedenklich. Er rät, das Smartphone entweder ausschalten oder – noch besser – komplett aus dem Schlafzimmer verbannen. Helles Licht mit vielen Blauanteilen kurz vorm Einschlafen mindere nämlich den Erholungseffekt. Wer also wirklich im Bett noch einmal seine Nachrichten prüfen muss, sollte spezielle Blaufilter-Funktionen nutzen. Ein Modus, der den Rotanteil erhöht und so die Nachtruhe fördert.

Die Suchtstudie der pronova BKK zeigt, wie stark Smartphone und Internetnutzung bei den Bundesbürgern im Alltag verankert sind: 33 Prozent der Befragten geben an, dass sie auf ihr Smartphone keinesfalls verzichten können, über ihren Computer oder Laptop sagen das sogar 43 Prozent. Mehr als jeder sechste Befragte gibt an, dass er das Smartphone während des Essens nutzt. Ebenso viele verwenden es, während sie sich mit Bekannten treffen, denen sie eigentlich ihre Aufmerksamkeit widmen sollten. 13 Prozent können sogar beim Auto- oder Fahrradfahren die Finger nicht von der Chatfunktion lassen und gefährden damit nicht nur sich, sondern auch andere.

Eine unfreiwillige Trennung vom Smartphone bedeutet aber laut Studie für viele Deutsche ebenfalls massiven Stress: Rund ein Viertel (24 Prozent) gaben an, schon mal Stresssymptome wie Herzrasen oder Schweißausbrüche verspürt zu haben, weil sie ihr Smartphone vergessen hatten.

* Die Studie „Die Süchte der Deutschen 2017“ wurde im August 2017 im Auftrag der pronova BKK online durchgeführt. Dafür wurden 1.000 Bundesbürger ab 18 Jahren befragt. Die Studie ist repräsentativ nach Geschlecht, Alter und Bundesland.

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