Innovation

Entwickler stellt kleinstes Roboterhandgelenk der Welt vor

Neue Roboterplattform soll die Arbeit von Chirurgen erleichtern / Handbewegungen werden auf Mikroinstrumente übertragen.

Medical Microinstruments S.r.l. (MMI), ein Entwickler von innovativen, roboter-gestützten Lösungen für bis jetzt schwierig durchzuführende chirurgische Herausforderungen, hat eine Roboterplattform vorgestellt, die speziell für die offene Mikrochirurgie entwickelt wurde. Die Plattform ermöglicht es Chirurgen, zwei winzige, gelenkige Mikroinstrumente zu steuern, die Rekonstruktionen nach traumatischen Verletzungen sowie nach Tumorentfernung in Weichgewebe und Knochen vereinfachen. Damit bietet die Plattform das Potenzial für verbesserte chirurgische Erfolgsquoten und Patientenergebnisse.

Die Instrumente von MMI sind mit dem kleinsten beweglichen Gelenk ausgestattet, das einen Außendurchmesser von 3 Millimetern und Pinzettenspitzen von nur 150 Mikron Breite aufweist. Die Artikulation ist der Schlüssel zur robotergestützten Mikrochirurgie in der klinischen Praxis und erlaubt die Durchführung kleinster Nähte in der Größenordnung von 9-0 bis 12-0.

„Durch die Verwendung von neuartigen Werkstoffen und fortschrittlichen Mikroherstellungsprozessen haben wir das kleinste bewegliche Handgelenk entwickelt, das Mikrochirurgen einzigartige Instrumentengeschicklichkeit und robotische Präzision bietet“, sagte Massimiliano Simi, Mitgründer und VP Forschung und Entwicklung.

Der Chirurg bedient die Mikroinstrumente, während er oder sie am OP-Tisch sitzt und durch das Operationsmikroskop schaut. Die Roboterplattform von MMI erfasst die Handbewegungen des Chirurgen und überträgt eine Verkleinerung dieser Bewegungen auf die Mikroinstrumente.

„Wir haben diese Technologie zusammen mit Mikrochirurgen gleich von der Produktkonzeption an entwickelt. Die positiven Rückmeldungen und Reaktionen, die wir während der Entstehungszeit erhalten haben, waren wirklich überwältigend. Sie haben uns überzeugt, dass wir bei der Entwicklung eines Roboters mit und für Mikrochirurgen auf dem richtigen Weg sind“, sagte Hannah Teichmann, Mitgründerin und VP Clinical.

Prof. Marco Innocenti, Leiter der plastischen und rekonstruktiven Mikrochirurgie an der Careggi Universitätsklinik in Florenz und klinischer Berater von MMI, der die präklinische Arbeit mit MMIs Roboter auf dem 9. Kongress der World Society for Reconstructive Microsurgery in Seoul, einschließlich einer 0,35 mm arteriellen robotischen Anastomose, vorgestellt hat, sagte:

„Die MMI-Roboterplattform wird meines Erachtens die Grenzen der Mikrochirurgie nach vorne und über die Fähigkeiten der menschlichen Hand hinausverschieben, sodass mehr Chirurgen komplexere Verfahren durchführen können, aber auch Supermikrochirurgie, wie zum Beispiel Lymphrekonstruktionen, für die Experten ermöglicht wird.“

Der Präsident und Mitgründer von MMI, Giuseppe Maria Prisco, schätzt, dass das potenzielle jährliche Marktvolumen in der Größenordnung von 2,5 Milliarden US-Dollar liegt.

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