Gesundheit

Neue Allianz startet Studie für wirksamen HIV-Impfschutz

Eine „globale Impfung“ gegen ein breites Spektrum an HIV-Erregern könnte Leben retten. Eine Studie will jetzt den Weg ebnen.

Rasterelektronenmikroskopische Aufnahme einer HIV-infizierten T-Zelle. (Foto: Flickr/NIAID/CC BY 2.0)

Rasterelektronenmikroskopische Aufnahme einer HIV-infizierten T-Zelle. (Foto: Flickr/NIAID/CC BY 2.0)

Eine Impfung gegen HIV könnte hunderttausende gefährdeter Menschen vor einer Infektion mit dem Virus und dem Ausbruch von AIDS schützen. Das belgische Pharmaunternehmen Janssen hat nun zusammen mit der Bill & Melinda Gates Stiftung sowie den National Institutes of Health den Start einer Studie zur Entwicklung einer wirksamen HIV-Impfung angekündigt. Die Partner schließen sich zusammen, um eine „globale Impfung“ zu entwickeln, die einem breiten Spektrum von HIV-Erregern vorbeugen kann. Gemeinsames Ziel ist eine Welt ohne HIV.

Menschen mit HIV haben heute eine nahezu normale Lebenserwartung, vorausgesetzt, sie erhalten eine antiretrovirale Therapie. Diese Tatsache allein ist aber noch kein Grund zur Entspannung, denn unverändert breitet sich das Virus weiter aus, so die Janssen-Cilag GmbH: Weltweit infizieren sich jährlich fast zwei Millionen Menschen mit HIV. Allein in Ost- und Westafrika betraf das im Jahr 2016 rund 760.000 Personen. Zum Vergleich: In Deutschland gibt es mittlerweile „nur“ noch 3.100 Neuinfektionen pro Jahr.

Aktuell startet eine breit angelegte Studie mit dem Titel „Imbokodo“ (HVTN 705/HPX2008) mit 2.600 Frauen der Sub-Sahara Region. Sie soll untersuchen, ob und wie der Impfstoff Frauen und Mädchen möglichst effizient vor einer Ansteckung mit dem Virus schützen kann. „Imbokodo“ entstammt der Zulu-Sprache und bedeutet „Felsen“: in Südafrika ein Synonym für starke Frauen und deren Bedeutung für die Gemeinschaft. Wie UNAIDS berichtet, sind rund 60 Prozent der Menschen mit HIV im östlichen und südlichen Afrika Frauen und Mädchen. Das Ziel der Allianz: Sie hat sich vorgenommen die Menschen der Welt, die ein besonders hohes Risiko tragen, mit einem global einsetzbaren Impfstoff zu schützen.

Damit eine globale Anwendung möglich ist, muss der Impfstoff gegen ein möglichst breites Spektrum von Virustypen wirken. Kein leichtes Unterfangen bei dem Erreger, der ausgesprochen schnell mutiert und in verschiedenen Subtypen auftritt. In frühen klinischen Studien hat das Präparat jedoch Anlass zur Hoffnung gegeben, denn es greift gleichzeitig an mehreren Stellen des Virus an. Die bislang vorliegenden Ergebnisse weisen darauf hin, dass der Impfstoff das Immunsystem sehr gut gegen HIV stärken kann.

Imbokodo bezieht 2600 Frauen ein

Die breit angelegte Imbokodo-Studie (HVTN 705/HPX2008) untersucht die Sicherheit und Wirksamkeit des Impfregime zur Vorsorge einer HIV-1 Infektion gegenüber Placebo. Das Regime setzt sich zusammen aus einem quadrivalenten Mosaic Ad26 Vektor und einem löslichen Protein (Clade C gp140, mit Adjuvans Aluminium-Phosphat). In die Studie sind 2.600 sexuell aktive Frauen zwischen 18-35 Jahren aus fünf Ländern Südafrikas einbezogen. Die Studienteilnehmer erhalten über 12 Monate hinweg vier Impfungen, wobei die Einteilung der Teilnehmer in Behandlung mit aktivem Impfstoff oder Placebo zufällig gewählt wird. Es sollen außerdem gesetzliche Genehmigungen erlangt werden, um die Studie in weiteren Ländern der Sub-Sahara Region durchführen zu können (Malawi, Mosambik, Sambia, Simbabwe), in denen laut Daten von UNAIDS eine signifikante HIV-Last in Erwachsenen zwischen 15 bis 49 Jahren vorliegt.

 

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