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Milliarden-Zukauf: Nestlé stärkt Geschäft mit Gesundheitsprodukten

Lebensmittelriese Nestlé übernimmt Nahrungsergänzungsmittel-Hersteller Atrium Innovations /Auch an Merck interessiert

Nestle will im Bereich Consumer Healthcare weiter wachsen. (Foto: Flickr/Raúl Hernández González/CC BY 2.0)

Nestle will im Bereich Consumer Healthcare weiter wachsen. (Foto: Flickr/Raúl Hernández González/CC BY 2.0)

Der Kaufpreis soll 2,3 Milliarden Dollar (1,9 Milliarden Euro) betragen und bar gezahlt werden, wie die Unternehmen mitteilten. Nestlé rechnet damit, die Übernahme nach Genehmigung durch die zuständigen Behörden im ersten Quartal 2018 abschließen zu können.

Nestle erhofft sich von dem Kauf weitere Wachstumsmöglichkeiten im Bereich Consumer Healthcare, so die dpa. Atrium, mit Sitz in Quebec, verkauft sogenannte Supplements, dazu zählen Multivitaminpräparate, Proteinnahrung oder Mahlzeitenersatz, und peilt 2017 einen Umsatz von fast 700 Millionen Dollar an. Bislang gehörte das Unternehmen einer Investorengruppe um die Beteiligungsfirma Permira. Nestlé will den Zukauf unter Führung des derzeitigen Managements in seine Sparte Health Science eingliedern.

Der Schweizer Konzern könnte nach Auffassung des Analysehauses Mainfirst zudem an allen drei Sparten des Geschäfts mit rezeptfreien Gesundheitsprodukten („Consumer Health“) der Merck KGaA interessiert sein. Experte Alain Oberhuber reagierte in einer Studie auf einen kürzlichen Bericht der Nachrichtenagentur Reuters, wonach sowohl der Nahrungsmittelkonzern Nestle als auch das Pharmaunternehmen Stada entsprechende Kaufangebote vorbereiten würden.

Mercks Sparte mit rezeptfreien Gesundheitsprodukten wird von Oberhuber mit rund 4 Milliarden Euro bewertet. Der Kaufpreis könne sogar bei bis zu 4,5 Milliarden Euro liegen.

Oberhuber zufolge würden die zur Debatte stehenden Sparten von Nestle und Merck gut zusammenpassen. Insofern sei die Transaktion für die Schweizer attraktiv. So könnte Mercks Geschäft mit Gesundheitsprodukten für Mütter und Familien das Angebot von Nestle in puncto Babynahrung ergänzen.

Zudem könnte Nestle mit dem Deal wieder in das Sporternährungsgeschäft einsteigen, von dem sich die Schweizer im Jahr 2014 getrennt hatten. Zuvor hatte Nestle noch Energieriegel und Proteindrinks verkauft. Merck vertreibe aktuell ähnliche Produkte, merkte der Experte an.

Es ist nicht das erste Mal, dass Nestle als potenzielle Käuferin für das Consumer-Health-Geschäft von Merck genannt wird. Bereits im September gab es Spekulationen in diese Richtung. Damals hieß es in Presseberichten, dass die beiden Konzerne über ein Gemeinschaftsunternehmen verhandelt hätten. Die Gespräche seien aber ergebnislos geblieben, da man sich über die Struktur eines Joint Ventures nicht habe einigen können.

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