Pharmabranche

Pfizer stellt Forschung an neuen Alzheimer-Medikamenten ein

Pfizer sieht in der Alzheimer-Forschung kein lohnendes Investment mehr. Dabei steigt die Anzahl der Betroffenen zusehends.

Alzheimer und andere Formen von Demenz sind nach EU-Angaben für einen wirtschaftlichen Schaden von jährlich 167,5 Milliarden Euro verantwortlich. (Foto: Flickr/Michael Carian/CC BY-SA 2.0)

Alzheimer und andere Formen von Demenz sind nach EU-Angaben für einen wirtschaftlichen Schaden von jährlich 167,5 Milliarden Euro verantwortlich. (Foto: Flickr/Michael Carian/CC BY-SA 2.0)

Der Pharmakonzern Pfizer stellt sein Programm zur Entwicklung neuer Mittel gegen Alzheimer und Parkinson ein. Wie das US-Unternehmen mitteilte, will es sich bei der Forschung neu aufstellen und Geld dort ausgeben, wo die Aussichten und die Erfahrung am größten sind.

Im Zusammenhang mit der Entscheidung sollen demnach 300 Stellen in den Bundesstaaten Massachusetts und Connecticut wegfallen, berichtet Reuters. Pfizer hat bereits viel Geld in die Alzheimer- und Parkinson-Forschung gesteckt. Der Konzern engagiert sich etwa neben GlaxoSmithKline und Eli Lilly in einem Fonds, mit dessen Hilfe bessere Behandlungsmöglichkeiten gegen Alzheimer gefunden werden sollen.

Die Zahl der Demenzkranken weltweit wird sich nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bis zum Jahr 2050 auf 152 Millionen Menschen verdreifachen. Grund sei eine alternde Bevölkerung, teilte die UN-Behörde in Genf mit. „Dies ist ein Hilferuf, wir müssen dieser wachsenden Gefahr mehr Aufmerksamkeit widmen“, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. Die WHO richtete zugleich eine Internet-Plattform ein, um globale Informationen über Maßnahmen, Einrichtungen für Betroffene und andere Daten zu Demenz zu sammeln.

Es müsse sichergestellt werden, dass Demenzkranke die Pflege bekämen, die sie bräuchten, unabhängig vom Land, in dem sie leben, forderte Tedros. „Das damit verbundene Leiden ist gewaltig“, sagte der Äthiopier. Nach Angaben des WHO-Chefs entwickeln fast zehn Millionen Menschen jährlich eine Demenz, sechs Millionen stammen dabei aus Ländern mit mittleren und unteren Einkommen.

WHO: Alzheimer häufigste Form der Demenz

Die jährlich entstehenden Kosten schätzt die WHO weltweit auf 818 Milliarden Dollar (etwa 692 Milliarden Euro), die sich bis 2030 mehr als verdoppeln dürften. Demenz ist ein Oberbegriff für Krankheiten, die unter anderem das Gedächtnis betreffen. Alzheimer ist die bekannteste Form, sie macht etwa 60-70 Prozent aller Demenzerkrankungen aus

Die Diagnose von Alzheimer im Frühstadium soll unterdessen durch neue europäische Standards verlässlicher werden, berichtet die dpa. Die EU-Kommission veröffentlichte Ende 2017 einheitliche Vorgaben für Tests, die sogenannte Biomarker der Demenzkrankheit in der Rückenmarksflüssigkeit nachweisen.

„Eine frühe Diagnose ist von entscheidender Bedeutung für Menschen mit Alzheimer, weil frühzeitige Behandlung die Krankheit bremsen und ihnen länger die Eigenständigkeit sichern kann“, erklärte Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis. Die neuen Standards für Forscher und die Pharmaindustrie könnten aus Sicht der Kommission auch die Entwicklung neuer Medikamente gegen die Krankheit voranbringen.

 

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