Wirtschaft

US-Steuerreform belastet Pharma-Riesen Merck & Co

Die US-Steuerreform verhagelt Merck & Co die Bilanz. Die Hoffnung ruht auf dem neuen Krebsmittel Keytruda.

Buchhalterische Anpassungen durch die US-Steuerreform belasten die Merck-Bilanz. (Foto: Flickr/Kurtis Garbutt/CC BY 2.0)

Buchhalterische Anpassungen durch die US-Steuerreform belasten die Merck-Bilanz. (Foto: Flickr/Kurtis Garbutt/CC BY 2.0)

Die US-Steuerreform hat den amerikanischen Pharmakonzern Merck & Co tiefer in die roten Zahlen gedrückt. Der Nettoverlust erhöhte sich im vierten Quartal auf 872 Millionen Dollar von einem Minus von 594 Millionen Dollar vor Jahresfrist, wie das Unternehmen mitteilte. Merck senkte zwar seine Kosten für Forschung und Entwicklung im vergangenen Jahresviertel um 56 Prozent auf 2,06 Milliarden Dollar. Belastend wirkten sich aber Aufwendungen von 2,6 Milliarden Dollar wegen der von US-Präsident Donald Trump durchgesetzten Steuerreform aus. Der Umsatz kletterte derweil um drei Prozent auf 10,4 Milliarden Dollar.

Im Gesamtjahr setzte Merck mit 40,1 Milliarden Dollar ein Prozent mehr um als im Vorjahr, der Nettogewinn sank um mehr als ein Drittel auf 2,6 Milliarden Dollar, so Reuters. Neben der Steuerreform drückten auch Sonderaufwendungen für eine Krebs-Allianz mit dem Pharmakonzern AstraZeneca auf das Ergebnis. 2018 peilt Merck einen Umsatz von 41,2 bis 42,7 Milliarden Dollar an.

Schwung kommt vor allem von Mercks größtem Hoffnungsträger, der Krebsimmuntherapie Keytruda. Im vergangenen Jahr setzte der Konzern mit dem Mittel 3,8 Milliarden Dollar um, nachdem es 2016 noch 1,4 Milliarden waren. Keytruda ist inzwischen das zweitumsatzstärkste Medikament von Merck und hat damit andere Kassenschlager wie die Cholesterinsenker Zetia/Vytorin und den HPV-Impfstoff Gardasil überholt.

Pfizer profitiert von US-Steuerreform

Die neuen Steuergesetze der US-Regierung sollen Firmen durch eine Senkung der Unternehmenssteuern von 35 auf 21 Prozent auf längere Sicht kräftig entlasten. Bei etlichen Konzernen werden dadurch jedoch zunächst buchhalterische Anpassungen nötig, die sich negativ in den Bilanzen auswirken, so die dpa.

Anders erging es etwa dem amerikanischen Pharmariesen Pfizer. Nach Reuters poliert die US-Steuerreform dessen Gewinn kräftig auf. Das Unternehmen verbuchte dadurch einen Sonderertrag von mehr als elf Milliarden Dollar im vierten Quartal. Der Nettogewinn stieg deshalb auf 12,27 Milliarden Dollar nach 775 Millionen im Vorjahreszeitraum, wie das Unternehmen mitteilte. Dabei profitierte Pfizer auch von einem starken Geschäft mit seinem Brustkrebsmittel Ibrance sowie dem Pneumokokkenimpfstoff Prevnar. Gleichwohl kam der Umsatz im Schlussquartal mit 13,7 Milliarden Dollar kaum vom Fleck. Das lag auch am Verkauf des Geschäfts mit Infusionspumpen.

Innerhalb der nächsten fünf Jahre will Pfizer rund fünf Milliarden Dollar in den USA investieren und damit vor allem die heimische Produktion stärken. Der Konzern will zudem über acht Jahre hinweg Steuern in Höhe von 15 Milliarden Dollar zahlen, um nach den neuen Steuergesetzen zurückgehaltene Gelder in die Vereinigten Staaten zu bringen. Für 2018 zeigte sich Pfizer optimistisch und stellte einen Umsatz von 53,5 bis 55,5 Milliarden Dollar und einen bereinigten Gewinn je Aktie von 2,90 bis 3,00 Dollar in Aussicht. Im vergangenen Jahr war der Umsatz um ein Prozent auf 52,5 Milliarden Dollar gefallen, der bereinigte Gewinn je Aktie hatte sich dagegen um elf Prozent auf 2,65 Dollar erhöht.

Noch in diesem Jahr will Pfizer eine Entscheidung über die Zukunft seines Geschäfts mit rezeptfreien Medikamenten und Gesundheitsprodukten (OTC) fällen. Der Konzern hatte den Bereich im vergangenen Herbst auf den Prüfstand gestellt. Insidern zufolge ist der US-Pharma- und Konsumgüterkonzern Johnson & Johnson, der als aussichtsreicher Bieter galt, aus dem Rennen ausgestiegen.

 

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