Pharmabranche

Bayer will Augenmittel für Patienten attraktiver machen

Der Konzern wappnet sich gegen drohende Konkurrenz. Sein Augenmittel soll patientenfreundlicher werden.

Der Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer will für sein Augenmittel Eylea längere Behandlungsabstände. Patienten sollen das Mittel so künftig weniger oft anwenden müssen. Damit dürfte sich der Konzern auch gegen drohende Konkurrenz durch die schweizerische Novartis wappnen wollen.

Bei der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA wurden Studiendaten zur Erweiterung der Behandlungsmöglichkeiten von Patienten mit der sogenannten neovaskulären altersabhängigen Makuladegeneration (nAMD) eingereicht, wie Bayer in Berlin mitteilte. Sollte die Behörde zustimmen, wäre eine Verlängerung der Intervalle, in denen das Mittel in das Auge injizierte werden müsse, auf zwölf oder mehr Wochen ab dem ersten Behandlungsjahr möglich, meldet die dpa.

Aktuell sind bei der Behandlung der nAMD mit Eylea im ersten Jahr monatliche Injektionen und anschließend Injektionen alle zwei Monate vorgesehen. Der Wirkstoff bindet einen bestimmten Eiweißstoff, der an krankhaften Neubildungen von Blutgefäßen im Auge beteiligt ist. Bei der feuchten AMD wachsen Gefäße in die Netzhaut ein und sondern Flüssigkeiten ab, die das Sehvermögen bis hin zur Erblindung beeinträchtigen.

Medikament wichtiger Wachstumstreiber

Bayer hält für Eylea die Vermarktungsrechte außerhalb der USA. Der Entwicklungspartner Regeneron besitzt sie für die USA. Für die Leverkusener ist das Medikament ein wichtiger Wachstumstreiber im Pharmageschäft. In den ersten neun Monaten 2017 hatten die Eylea-Erlöse wechselkursbereinigt um mehr als 16 Prozent zugelegt. Sie machten fast 11 Prozent des Umsatzes der Pharmasparte aus.

Dem Kassenschlager droht aber Konkurrenz: So verwies Experte Jeremy Redenius vom Analysehaus Bernstein Research auf Fortschritte des schweizerischen Pharmakonzerns Novartis bei dessen Wirkstoff RTH258 (Brolucizumab). Der wirkt gegen das gleiche Eiweiß wie Eylea, ist laut Redenius aber deutlich kleiner und erlaube daher vermutlich Abstände von drei Monaten zwischen den Injektionen.

Ende 2017 hatte Novartis Ergebnisse von Phase-III-Studien zur RTH258 vorgelegt. Im diesem Zusammenhang bestätigte der Konzern das Erreichen der primären Studienziele: Das Mittel erwies sich im Vergleich zu Eylea als nicht unterlegen. Weiter hieß es, dass die Mehrzahl der Patienten nach einer anfänglichen Ladephase auf ein zwölfwöchiges Behandlungsintervall umsteigen konnte.

 

Kommentare

Schreibe den ersten Kommentar für diesen Artikel.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.