Analyse

TK: Jeder elfte Fehltag geht auf den Rücken

Jeder elfte Tag, den Beschäftigte in Deutschland im vergangenen Jahr krankgeschrieben waren, ging auf ein Rückenleiden zurück.

Das teilte die Techniker Krankenkasse (TK) anlässlich des Tags der Rückengesundheit am 15. März mit. Demnach entfallen insgesamt 8,8 Prozent aller Krankschreibungstage auf Rückenbeschwerden.

Nach der Statistik, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, waren Erwerbspersonen im vergangenen Jahr im Mittel 15,1 Tage krankgeschrieben. 1,3 Tage davon entfielen auf Rückenprobleme wie Rückenschmerzen oder Bandscheibenprobleme. Bei der Verteilung der Beschwerden gebe es regionale Unterschiede.

Während es in Baden-Württemberg mit einem Tag pro Kopf und in Bayern mit 1,1 Tagen sowie in Hamburg mit 1,2 Tagen anscheinend die wenigsten Rückenprobleme gebe, hätten es Beschäftigte in Sachsen-Anhalt (1,8 Tage) und Mecklenburg-Vorpommern (1,9 Tage) besonders oft im Kreuz.

TK-Experte Albrecht Wehner: „Hochgerechnet auf die knapp 45 Millionen Erwerbstätigen in Deutschland sind das für 2017 fast 60 Millionen Fehltage wegen Rückenbeschwerden.“ In den Unternehmen fehlten deswegen im Schnitt täglich 164.000 Beschäftigte. Da jeder Fehltag Kosten von mehreren Hundert Euro etwa aufgrund von Produktionsausfällen verursache, sollten Unternehmen gezielt in betriebliches Gesundheitsmanagement investieren.

Die Zahl der Menschen mit Rückenproblemen ist in Deutschland laut DAK-Gesundheit in den vergangenen 15 Jahren deutlich gestiegen. Hatten 2003 noch 55 Prozent der Berufstätigen angegeben, mindestens einmal im Jahr derartige Beschwerden zu haben, sind es jetzt mit 75 Prozent deutlich mehr, wie eine Umfrage der gesetzlichen Krankenkasse ergab, die ebenfalls kürzlich vorgestellt wurde.

Laut Studie gingen außerdem immer mehr Patienten mit ihren Rückenbeschwerden direkt ins Krankenhaus. Seit 2007 habe die Zahl der stationären Behandlungen um 80 Prozent zugenommen. 2016 sei mit mehr als 220.000 Krankenhausfällen wegen Rückenschmerzen ein neuer Höchststand erreicht worden.

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