Ernährung

EU pumpt hunderte Millionen in gesundes Schulessen

Millionen europäischer Schulkinder kommen dank EU-Programm in Genuss gesunder Lebensmittel.

Gesunde Ernährung an deutschen Schulen wird im kommenden Schuljahr mit rund 35 Millionen Euro von der EU gefördert. Davon sollen rund 25 Millionen Euro in Obst und Gemüse fließen, der Rest in Milchprodukte, wie die EU-Kommission in Brüssel mitteilte.

Insgesamt werden jährlich rund 250 Millionen Euro aus dem EU-Haushalt in Äpfel, Paprika, Milch und Co. für die Schüler in der EU investiert, berichtet die dpa. Davon wurden im vergangenen Schuljahr mehr als 74.000 Tonnen Obst und Gemüse für 12,2 Millionen Kinder gekauft. 18 Millionen Schüler erhielten über 285.000 Tonnen Milch und Milcherzeugnisse. Die Kinder waren zum Großteil zwischen sechs und zehn Jahre alt.

Pädagogische Begleitung

Durch das EU-Programm lernten Kinder „in einem frühen Alter, wo unsere Lebensmittel herkommen und wie wichtig Geschmack und Ernährung sind“, sagte der EU-Kommissar für Landwirtschaft, Phil Hogan.

Länder, die am EU-Schulprogramm teilnehmen möchten, müssen bis Ende Januar bei der Kommission einen Beihilfeantrag stellen, informiert die EU-Kommission. Die vorläufige Mittelzuweisung aus dem EU-Haushalt an die einzelnen Mitgliedstaaten beruhe demnach auf der Zahl der Schulkinder in den einzelnen Ländern und – im Falle von Milch und Milcherzeugnissen – auf der Inanspruchnahme des vorherigen Programms. Den nationalen Behörden stehe es frei, einen Anteil von 20–25 Prozent der zugeteilten Mittel von einem auf den anderen Sektor zu übertragen. Ferner könnten sie ihre Bereitschaft bekunden, mehr als die beantragten Mittel zu verwenden, wenn andere Mitgliedstaaten ihre Zuweisung nicht voll in Anspruch nehmen.

Neben der Entscheidung darüber, wie das Programm genau durchgeführt werden solle (z. B. Auswahl der Themen für die pädagogischen Maßnahmen oder der landwirtschaftlichen Erzeugnisse, die die Schulkinder erhalten), könnten die Mitgliedstaaten die EU-Beihilfe mit nationalen Mitteln zur Finanzierung des Programms aufstocken.

Gesundheit und Umwelt

„Die Auswahl der zu verteilenden Erzeugnisse beruht auf Erwägungen bezüglich der Gesundheit und Umwelt, der saisonalen und allgemeinen Verfügbarkeit sowie der Vielfalt“, heißt es hierzu. Die Mitgliedstaaten könnten den Schwerpunkt auf lokale oder regionale Ankäufe, ökologische Erzeugnisse, kurze Versorgungsketten, ökologischen Nutzen oder Qualitätsregelungen für Agrarerzeugnisse legen.

Im Schuljahr 2016/2017 seien Äpfel die am weitesten verbreitete Frucht gewesen, gefolgt von Birnen, Pflaumen, Pfirsichen, Nektarinen, Orangen, Erdbeeren und Bananen. Karotten, Tomaten, Gurken und Paprika waren die beliebtesten Gemüse. Die pädagogischen Maßnahmen umfassten demnach Ausflüge zu Bauernhöfen, Schulgärten, Kochkurse und -wettbewerbe, Unterricht mit Ernährungsberatern, Spiele und mehr. Milch, aromatisierte Milch und fermentierte Milcherzeugnisse wie Joghurt waren die beliebtesten Kategorien des Milchprogramms. Außerdem sei häufig Käse verteilt worden.

Fettleibigkeit weiter Thema

Mehr als jedes siebte Kind in Deutschland hat Übergewicht. Das geht aus der jüngsten Untersuchung des Robert Koch-Instituts (RKI) zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (KiGGS) hervor, die kürzlich in Berlin präsentiert wurde.

Demnach sind 15,4 Prozent der Kinder und Teenager zwischen 3 und 17 Jahren zu dick. 5,9 Prozent sind sogar fettleibig. Damit haben sich die Werte seit dem Beginn der großen Untersuchung in den Jahren 2003 bis 2006 nicht verändert. Als positiv werten die Forscher, dass der Hang zum Übergewicht, wenn auch auf hohem Niveau, gestoppt wurde.

Fast die Hälfte der Kinder, die zu viel auf die Waage bringen, leidet auch später als Teenager unter Fettpolstern. Und noch immer sind Kinder aus sozial schwachen Familien dicker als ihre Altersgenossen aus Elternhäusern mit einem höheren Sozialstatus.

Insgesamt schätzen Eltern und Kinder in Deutschland die Gesundheit der jüngsten Generation jedoch positiv ein: 96 Prozent bewerten sie als sehr gut oder gut. Für die jüngste KiGGS-Erhebung wurden mehr als 25.000 Kinder, Jugendliche und Eltern befragt. Die Untersuchung ist nach RKI-Angaben die umfassendste Jugendgesundheitsstudie in Deutschland. Spannend macht sie vor allem die Langzeit-Beobachtung.

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