Analyse

Unfallversicherung: Mehr Unfälle auf dem Weg zur Arbeit

In Deutschland sind zuletzt mehr Menschen auf dem Weg zur Arbeit bei einem Unfall verletzt worden.

Eine Patientin mit einem Gipsbein sitzt vor der Rettungsstelle im Unfallkrankenhaus Berlin-Marzahn in einem Rollstuhl. (Foto: dpa)

Eine Patientin mit einem Gipsbein sitzt vor der Rettungsstelle im Unfallkrankenhaus Berlin-Marzahn in einem Rollstuhl. (Foto: dpa)

Auf dem Hin- oder Rückweg zum Job habe es im vergangenen Jahr rund 190.000 Unfälle gegeben, teilte die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) mit. Das sind laut vorläufigen Zahlen 2,2 Prozent mehr gewesen als im Jahr 2016. Einen neuen Tiefstand gab es bei den neuen Unfallrenten insgesamt: Sie gingen um 604 Fälle auf 18.244 neue Unfallrenten zurück.

Bei der Arbeit selbst gab es dagegen seltener meldepflichtige Unfälle, so die dpa. Die vorläufige Zahl ging um 0,4 Prozent auf rund 874.000 zurück. In einigen Branchen wie der Chemischen Industrie oder dem Transport sanken die Opferzahlen, während sie in anderen zunahmen. Arbeitgeber und zuständige Ärzte müssen Arbeitsunfälle spätestens dann den Berufsgenossenschaften melden, wenn Beschäftigte wegen ihrer Verletzung mindestens drei Tage nicht arbeiten können.

„Die Zahl der Arbeitsunfälle bleibt weiter auf niedrigem Niveau“, sagte Hauptgeschäftsführer Joachim Breuer laut Mitteilung. Auch Schüler, Kitakinder und Studenten verunglückten seltener. „Aber so erfreulich die Zahlen sind“, sagte Breuer, „sie zeigen auch: Vom Ziel der Vision Zero, einer Welt ohne Arbeitsunfälle und arbeitsbedingte Erkrankungen, sind wir noch weit entfernt.“
Die Zahl der Arbeitsunfälle geht laut einer Sprecherin seit längerem zurück, aber nicht mehr so stark wie früher. Die Zahl der Wegeunfälle schwanke dagegen immer wieder. Etwa 450 Arbeitsunfälle endeten tödlich – das waren 30 mehr als ein Jahr zuvor. Die Zahl tödlicher Wegeunfälle ging um 29 auf 282 zurück.

Eine erfreuliche Tendenz zeichnete sich 2017 bei den Schülerunfällen ab. Sie gingen um 4,6 Prozent zurück auf 1.184.603 Schulunfälle. Auch die Zahl der meldepflichtigen Schulwegunfälle ist gesunken. Sie lag mit 105.319 Fällen um 5,3 Prozent niedriger als im Vorjahr. 50 Schul- und Schulwegunfälle endeten tödlich, das sind 9 mehr als 2016.

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