Therapierefraktäre Autoimmunthrombozytopenie nach Alemtuzumab zur Behandlung einer Multiplen Sklerose („Aus der UAW-Datenbank“)

Der monoklonale Anti-CD-52-Antikörper Alemtuzumab ist zugelassen zur Behandlung der schubförmig remittierenden Multiplen Sklerose bei Erwachsenen mit aktiver Erkrankung. Es wirkt nach Bindung an T- und B-Lymphozyten über eine antikörperabhängige, zellvermittelte Zytotoxizität und/oder komplementvermittelte Zytolyse.

Unter einer Behandlung mit Alemtuzumab kann es zu Immunthrombozytopenien (ITP) kommen, die sich meist mit einer Latenz von 14 bis 36 Monaten nach der ersten Infusion manifestieren. Eine aktuelle Meldung an die AkdÄ zeigt, dass Alemtuzumab-induzierte ITP therapierefraktär sein und dann auch tödlich verlaufen können. Diese schwere Nebenwirkung sollte gegenüber dem möglichen Nutzen für den einzelnen Patienten abgewogen werden. Der Patient sollte entsprechend aufgeklärt und bei der Entscheidung für eine Behandlung mit Alemtuzumab beteiligt werden. Monatliche Blutbildkontrollen sollen gemäß Fachinformation bis zu 48 Monate nach Beginn der Behandlung mit Alemtuzumab durchgeführt werden.

Wirkstoff AKTUELL Rationale Antibiotikatherapie bei unkomplizierten Harnwegsinfektionen

Unkomplizierte Harnwegsinfektionen (HWI) werden vorwiegend durch gramnegative bakterielle Erreger, vor allem durch Escherichia coli (E. coli) verursacht. Bei unkomplizierter Zystitis bei Frauen in der Prämenopause sollten Fosfomycin-Trometamol, Nitroxolin (bisher geringe Erfahrungen) und das seit 2016 auch in Deutschland zur Verfügung stehende Penicillinderivat Pivmecillinam eingesetzt werden. Die Erregerempfindlichkeit von E. coli ist für alle Wirkstoffe hoch (> 90 %), sie verursachen nur geringe mikrobiologische Begleitschäden.