Inanspruchnahme der Darmspiegelung in Deutschland – Fact sheet – JoHM 4/2017

Darmkrebs gehört zu den drei häufigsten Krebserkrankungen bei Frauen und Männern in Deutschland. Es existieren verschiedene gesetzlich verankerte Untersuchungen zur Früherkennung von Darmkrebs. Personen im Alter von 50 bis 54 Jahren können jährlich einen Test auf verstecktes Blut im Stuhl durchführen lassen. Ab 55 Jahren wird angeboten, diesen Test alle zwei Jahre im Rahmen der Krebsfrüherkennung zu wiederholen oder alternativ an einer
Früherkennungskoloskopie (präventive Darmspiegelung) teilzunehmen, die bei unauffälligem Befund nach zehn Jahren wiederholt werden kann. Eine Koloskopie wird aber auch durchgeführt, um Beschwerden oder andere Erkrankungen abzuklären (kurative Darmspiegelung). In der Studie GEDA 2014/2015-EHIS wurde der Zeitpunkt der letzten Darmspiegelung durch die Selbstangabe der Befragten erfasst. Der Grund für diese Untersuchung wurde aber nicht erfragt. 57 % der Frauen und 61 % der Männer im Alter ab 55 Jahren gaben an, dass bei ihnen innerhalb der letzten 10 Jahre eine Darmspiegelung durchgeführt wurde. Neue gesetzliche Regelungen sehen den Ausbau der bestehenden Früherkennungsuntersuchungen für Darmkrebs zu einem organisierten und qualitätsgesicherten Früherkennungsprogramm vor.

Inanspruchnahme ambulanter ärztlicher Versorgung in Deutschland – Fact sheet – JoHM 4/2017

Die ambulante Versorgung findet in Deutschland vor allem bei niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten statt. Daten aus Gesundheitssurveys ermöglichen die Darstellung der ambulanten Inanspruchnahme aus der Sicht der Patientinnen und Patienten sowie die Verknüpfung mit sozialen und anderen Einflussfaktoren. In der Studie GEDA 2014/2015-EHIS wurde der Indikator „Inanspruchnahme ambulanter ärztlicher Versorgung in den letzten 12 Monaten“ bei Erwachsenen erhoben. 90,9 % der Frauen und 84,1 % der Männer nehmen innerhalb eines Jahres ambulante ärztliche Leistungen in Anspruch. Die Inanspruchnahme steigt mit dem Alter an: Von den über 65-Jährigen wurden rund 94 % in den letzten 12 Monaten ambulant ärztlich versorgt. Die im jüngeren Alter deutlichen Unterschiede in der Inanspruchnahme zwischen Frauen und Männern gleichen sich im Altersverlauf an. Unterschiede nach Bildungsstatus oder nach Bundesländern zeigen sich nicht.

Inanspruchnahme der Grippeschutzimpfung 2013/2014 in Deutschland – Fact sheet – JoHM 4/2017

Die saisonale Influenza (Grippe) ist eine akute Viruserkrankung, die in Deutschland in jedem Winterhalbjahr als so genannte Grippewelle auftritt. Die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) empfiehlt für Personengruppen, bei denen das Risiko eines komplikationsreichen Krankheitsverlaufs erhöht ist, u. a. für Menschen ab 60 Jahren, eine jährliche Grippeimpfung. In dieser Zielgruppe gaben in der Studie GEDA 2014/2015-EHIS 48,1 % der Frauen und 48,7 % der Männer eine Grippeimpfung in der Wintersaison 2013/2014 an, regional zeigen sich deutliche Unterschiede. Im zeitlichen Trend zeigt sich ein Rückgang der Impfquoten. Es ist fraglich, inwiefern die bereits bis zur Wintersaison 2014/2015 von der Europäischen Kommission geforderte Impfquote von mindestens 75 % bei älteren Menschen zukünftig erreicht werden kann. Ärztliche Aufklärung und ärztliche Impfempfehlungen können zur Steigerung der Impfquoten genutzt werden.

Früherkennung von Brustkrebs: Inanspruchnahme der Mammografie in Deutschland – Fact sheet – JoHM 4/2017

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung von Frauen in Deutschland. Zur Früherkennung wird Frauen im Alter von 50 bis 69 Jahren neben der Tastuntersuchung alle zwei Jahre eine Mammografie im Rahmen des Mammographie- Screening-Programms angeboten. Dazu werden die Frauen schriftlich eingeladen und erhalten ein Merkblatt mit Informationen über Hintergründe, Ziele, Vorgehensweise sowie über Nutzen und mögliche Nachteile des Früherkennungsprogramms. Das Einladungsschreiben und das Merkblatt zum Mammographie-Screening- Programm wurden im Jahr 2015 überarbeitet, um die eingeladenen Frauen noch besser zu unterstützen, eine informierte Entscheidung zu treffen. In der Studie GEDA 2014/2015-EHIS wurden der Zeitpunkt der letzten Mammografie und der Grund für diese Untersuchung durch die Selbstangabe der Befragten erfasst. Bei 74,2 % der Frauen zwischen 50 und 69 Jahren wurde innerhalb der letzten zwei Jahre eine Mammografie durchgeführt. 80,7 % dieser Frauen geben als Grund dafür die Einladung im Rahmen des nationalen Screening-Programms an.

Wahrnehmung gesundheitsgefährdender Arbeitsbedingungen in Deutschland – Fact sheet – JoHM 4/2017

Die Prävalenz der Wahrnehmung gesundheitsgefährdender Arbeitsbedingungen wurde in der Studie GEDA 2014/2015- EHIS über eine einfache abgestufte Frage erfasst. Rund ein Fünftel der erwerbstätigen Bevölkerung nimmt starke oder sehr starke Gesundheitsgefahren am Arbeitsplatz wahr, Frauen mit 18,6 % deutlich seltener als Männer mit 27,0 %. Unterschiede zwischen Frauen und Männern erklären sich durch das unterschiedliche Ausmaß der Erwerbstätigkeit, aber auch durch die anhaltende geschlechtsspezifische Aufteilung des Arbeitsmarktes (Segregation). Mit Blick auf die schulische und berufliche Qualifikation zeigen sich zudem bei Männern ausgeprägte Unterschiede zuungunsten der unteren Bildungsgruppen, während bei Frauen keine ausgeprägten Unterschiede festzustellen sind. Die wahrgenommene Gesundheitsgefährdung ist bei Frauen und Männern in der Branche Personen- und Güterverkehr am höchsten. Die Ergebnisse weisen auf die Bedeutung von Arbeitsschutz und betrieblicher Gesundheitsförderung hin.

Inanspruchnahme physiotherapeutischer Leistungen in Deutschland – Fact sheet – JoHM 4/2017

Physiotherapie ist ein wichtiger Teil der gesundheitlichen Versorgung und hat Eingang in viele klinische Leitlinien gefunden. Im Abrechnungsgeschehen der Gesetzlichen Krankenversicherung hat die Physiotherapie unter allen Heilmitteln einen Umsatzanteil von über 70 %. Dies entspricht Ausgaben von etwa 4,4 Milliarden Euro jährlich. Nach Auswertung der Selbstangaben zur Inanspruchnahme physiotherapeutischer Leistungen aus den Daten von GEDA 2014/2015-EHIS nehmen 25,5 % der Frauen und 17,7 % der Männer innerhalb von 12 Monaten physiotherapeutische Leistungen in Anspruch. Im Altersverlauf nimmt die Inanspruchnahme deutlich zu und erreicht ihren Höhepunkt in der Altersgruppe der 50- bis 59-Jährigen mit 30,7 % bei den Frauen und 20,1 % bei den Männern. Angehörige der oberen Bildungsgruppe und Privatversicherte nehmen physiotherapeutische Leistungen häufiger in Anspruch. Ebenso nutzen Personen aus den neuen Bundesländern physiotherapeutische Angebote häufiger als Personen aus den alten Bundesländern.

Inanspruchnahme von Krankenhausbehandlungen in Deutschland – Fact sheet – JoHM 4/2017

Die stationäre Versorgung ist eine wichtige Säule des Gesundheitssystems. Daten aus Gesundheitssurveys ermöglichen die Darstellung der stationären Inanspruchnahme aus Sicht der Patientinnen und Patienten sowie die Verknüpfung mit sozialen und anderen Einflussfaktoren. In der Studie GEDA 2014/2015-EHIS wurde der Indikator „Krankenhausaufenthalt in den letzten 12 Monaten“ bei Erwachsenen erhoben. 16,9 % der Frauen und 15,3 % der Männer waren mindestens einmal in den letzten 12 Monaten im Krankenhaus. Die Inanspruchnahme von Krankenhausbehandlungen ist altersabhängig: Im Alter ab 65 Jahren hatten 25,9 % der Frauen und 25,8 % der Männer mindestens einen Krankenhausaufenthalt in den letzten 12 Monaten. Es zeigen sich im Hinblick auf die Inanspruchnahme stationärer Behandlung keine wesentlichen Geschlechterunterschiede, außer in der Altersgruppe 18 bis 29 Jahre: hier war ein Krankenhausaufenthalt bei Frauen häufiger als bei Männern. Eine höhere stationäre Inanspruchnahme in der unteren Bildungsgruppe besteht vor allem im mittleren Lebensalter.