Bericht über meldepflichtige Infektionskrankheiten bei Asylsuchenden in Deutschland (15.2.2017)

Dieser monatliche Bericht beschreibt die Verteilung von Infektionskrankheiten bei Asylsuchenden pro Kalenderwoche, die gemäß Infektionsschutzgesetz (IfSG) gemeldet und danach entsprechend den Vorgaben des Robert Koch-Instituts (RKI) an das RKI übermittelt wurden. Zum Vergleich sind auch die Fallzahlen der Gesamtbevölkerung für 2017 dargestellt.
Das RKI sieht derzeit weiterhin keine erhöhte Infektionsgefährdung der Allgemeinbevölkerung durch Asylsuchende.

Anstieg der Norovirus-Infektionen 2016/2017 und neuer Norovirus-Typ

Im Jahr 2016 begann die Norovirus-Saison in Deutschland mit einer unerwartet hohen Anzahl an Norovirus-Erkrankungen. Bereits für den Monat November wurden 14.935 labordiagnostisch bestätigte Norovirus-Erkrankungen an das Robert Koch-Institut übermittelt. Im selben Zeitraum der letzten fünf Jahre lag der Median bei 7.810 bestätigten Erkrankungen. Noroviren sind weltweit verbreitet und verursachen 18% der akuten Gastroenteritiden. Untersuchungen des RKI konnten belegen, dass die unerwartet hohe Anzahl an Norovirus-Erkrankungen in Zusammenhang mit dem Auftreten eines neuen rekombinanten Norovirus-Typs steht. Die Rekombinante, die sowohl in sporadischen Infektionen als auch in Norovirus-assoziierten Ausbrüchen nachgewiesen wurde, wird im aktuellen Epidemiologischen Bulletin 7/2017 beschrieben.