Wirtschaft

Mangel an Pflegekräften nimmt dramatische Formen an

In Deutschland fehlen zehntausende Arbeiter im Pflegebereich / Mangel trotz steigender Ausbildungszahlen

In Deutschland fehlen mindestens 35.000 Pflegekräfte. Während in der Altenpflege rund 23.000 Stellen offen sind, fehlen in der Krankenpflege mehr als 12.000 Fachkräfte und Helfer, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion hervorgeht. Die Grünen-Gesundheitsexpertin Kordula Schulz-Asche forderte ein Pflege-Sofortprogramm mit 50.000 zusätzlichen Stellen in Krankenhäusern und Altenpflege, „um jetzt Abhilfe zu verschaffen“.

Das Gesundheitsministerium beruft sich in seiner Antwort, über die zunächst die Berliner Zeitung berichtete, auf die Arbeitsmarktstatistik der Bundesagentur für Arbeit. Demnach fehlten 2017 bundesweit rund 15.000 Altenpflegefachkräfte und etwa 8.000 Altenpflegehelfer. Hinzu kommen rund 11.000 offene Stellen bei Krankenpflegefachkräften und rund 1400 weitere bei Krankenpflegehelfern.

Dabei klafft das Verhältnis der offenen Stellen zu den arbeitslosen Kräften teilweise dramatisch auseinander: In der Altenpflege kommen auf 100 zu besetzende Stellen nur 21 arbeitslose Fachkräfte, wie es in der Antwort des Ministeriums weiter heißt. In der Krankenpflege liegt das Verhältnis bei 100 zu 41.

„Der Arbeitsmarkt für Pflegekräfte ist leergefegt“, erklärte Schulz-Asche. Gerade in den Flächenländern klafften offene Stellen und Arbeitssuchende am stärksten auseinander. In einigen Bundesländern gehe zudem die Zahl der Auszubildenden in der Krankenpflege sogar zurück.

Auch wenn die Zahl der Auszubildenden in der Altenpflege insgesamt ansteige, werde die Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt noch lange nicht gedeckt, fügte Schulz-Asche hinzu. „Das zeigt, dass die Ausbildungsförderungsmaßnahmen der letzten Jahre nicht ausreichen.“ Das im Koalitionsvertrag von Union und SPD festgeschriebene Ziel, 8.000 zusätzliche Stellen in der Pflege zu schaffen, behebe den Pflegenotstand „nicht einmal ansatzweise“, kritisierte sie.

Die Grünen-Abgeordnete forderte ein Pflege-Sofortprogramm mit 50.000 „seriös finanzierten“ zusätzlichen Stellen. Zudem müssten die Rückkehr in den Beruf und die Aufstockung auf Vollzeit erleichtern werden.

 

Kommentare

Schreibe den ersten Kommentar für diesen Artikel.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.