Medikamentenhandel

Pillen von Amazon: Handelsriese kauft US-Versandapotheke

Nimmt Amazon den amerikanischen Apothekenmarkt ins Visier? / An der Börse wird der Kauf als klares Signal gesehen

Amazon steigt mit der Übernahme der amerikanischen Online-Apotheke PillPack in den Medikamentenhandel ein. PillPack spezialisiert sich auf die Betreuung von Patienten, die Arzneimittel auf Rezept bekommen: Die Firma stellt die Medikamente zusammen, organisiert den Versand und sorgt auch für Nachschub bei chronischen Erkrankungen. Amazon nannte keinen Kaufpreis, berichtet die dpa.

Der weltgrößte Online-Händler war wohl nicht der einzige Interessent: Im April hatte der Fernsehsender CNBC berichtet, PillPack stehe vor der Übernahme durch den Supermarkt-Riesen Wal-Mart. Der Preis liege unterhalb der Marke von einer Milliarde Dollar, hieß es damals unter Berufung auf informierte Personen. Wal-Mart baut gerade massiv sein Online-Geschäft aus, um Amazon Paroli zu bieten.

Beginn einer Attacke

An der Börse wurde der Zukauf als Beginn einer Attacke von Amazon auf den Apotheken-Markt in den USA aufgenommen. Die Aktien der großen Drogerie-Ketten, die auch als Apotheken agieren, brachen ein. Die Papiere von Walgreens und CVS verloren gut neun Prozent, der Kurs von Rite Aid sackte sogar um rund 13 Prozent ab.

Die Übernahme hat nach Bekanntwerden auch bei den Aktionären der Shop Apotheke Fantasien geschürt. Die Papiere stemmten sich mit einem Plus von 6,19 Prozent auf 44,60 Euro gegen den schwachen Gesamtmarkt. Vergangenes Jahr waren nach einem entsprechenden Pressebericht schon einmal Spekulationen über ein Interesse von Amazon an Shop Apotheke hochgekocht. Das in den Niederlanden ansässige Unternehmen hatte damals aber Gespräche mit Amazon verneint.

 

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