Analyse

Wenige profitieren von Gesundheitsförderung der Kassen im Job

Von den Krankenkassenleistungen zur betrieblichen Gesundheitsförderung profitieren nach einem Medienbericht nur knapp vier Prozent der Beschäftigten.

Das gehe aus der Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervor, berichtete das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/). Demnach erreichten die Kassenleistungen zur Prävention 2016 knapp 1,44 Millionen der 37 Millionen abhängig Beschäftigten in 13.172 Unternehmen. Das Volumen der Kassenausgaben für die betriebliche Gesundheitsförderung belief sich auf 147 Millionen Euro. Zahlen für 2017 liegen demnach noch nicht vor.

Die Fachfrau der Linksfraktion, Sabine Zimmermann, beklagte eine verkehrte Ausrichtung der Maßnahmen, berichtet die dpa. „Fast alle Programme wollen das Verhalten der Beschäftigten verändern, aber nur rund die Hälfte der Maßnahmen zielt auch auf eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen im Betrieb“, sagte sie der Redaktion. „Dabei ist allgemein bekannt, dass Druck und Arbeitshetze genauso krank machen wie unnötige körperliche Belastungen am Arbeitsplatz, und das gilt gerade auch für Beschäftigte ohne Führungsaufgaben.“

Auf der anderen Seite befassen sich Betriebsräte in deutschen Unternehmen zunehmend mit dem Schutz von Gesundheit und Psyche der Beschäftigten. Dazu schließen sie verstärkt Betriebsvereinbarungen mit den Unternehmen, wie aus einer aktuellen Studie der gewerkschaftlichen Hans-Böckler-Stiftung hervorgeht.

Zwar haben der Studie zufolge erst 30 Prozent der Betriebe Vereinbarungen zu psychischen Gefährdungsbeurteilungen. Da diese aber überwiegend erst seit 2015 abgeschlossen worden seien, handele es sich um das „Trendthema Nummer eins“, so die Autoren. Zunehmende Arbeitsverdichtung und Entgrenzung der digitalisierten Arbeitswelt verschärften den Handlungsbedarf auch für die Unternehmen. Zum zweiten Trendthema Arbeitsschutz und Gesundheitsförderung gebe es bereits in 55 Prozent der mitbestimmten Betriebe eine Vereinbarung. Vor drei Jahren waren es mit 42 Prozent noch deutlich weniger. Klassiker bei Betriebsvereinbarungen bleiben aber Arbeitszeit und Datenschutz. Für beide Themen gibt es in rund 70 Prozent der Betriebe Vereinbarungen.

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