Wirtschaft

Deutsche Krebshilfe richtet fünf Nachwuchszentren ein

50 Millionen Euro für junge Krebsforscher / Wissenschaftsstandort Deutschland soll gestärkt werden

Mit dem Programm wird fünf Medizinischen Fakultäten der Aufbau nachhaltiger Strukturen ermöglicht. (Foto: dpa)

Mit dem Programm wird fünf Medizinischen Fakultäten der Aufbau nachhaltiger Strukturen ermöglicht. (Foto: dpa)

Dresden, Frankfurt, Hamburg, Köln/Bonn und Würzburg: An diesen universitären Standorten werden künftig junge Wissenschaftler dazu beitragen, die Krebsforschung in Deutschland zukunftsfähig zu halten. Hier entstehen von der Deutschen Krebshilfe geförderte „Mildred-Scheel-Nachwuchszentren“. Dafür erhält jeder Standort fünf Jahre lang zwei Millionen Euro pro Jahr.

An den geförderten Einrichtungen werden zukünftig modellhaft konkrete Lösungswege aufgezeigt und umgesetzt, um die Arbeitsbedingungen und Karrierechancen für junge Wissenschaftler zu verbessern. Die Deutsche Krebshilfe erwartet, dass die Wissenschafts- und Gesundheitspolitik auf ihre Initiative reagiert und zeitnah flächendeckend Strukturverbesserungen ermöglicht.

Mangel an Nachwuchswissenschaftlern

Ein Ziel der Organisation ist es, den Wissenschaftsstandort Deutschland erheblich zu stärken: „Wir haben hierzulande einen eklatanten Mangel an jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern“, so Professor Dr. Anja Katrin Boßerhoff, Vorsitzende des Fachausschusses „Medizinische/Wissenschaftliche Nachwuchsförderung“ der Deutschen Krebshilfe und Inhaberin des Lehrstuhls für Biochemie und Molekulare Medizin der Universität Erlangen-Nürnberg. „Die Hauptleidtragenden einer solchen Entwicklung werden die Patienten sein. Denn eine Weiterentwicklung der onkologischen Versorgung ist unter diesen Bedingungen nur schwer möglich.“ Bestmögliche Arbeitsbedingungen und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sollen talentierte Nachwuchswissenschaftler für eine Karriere in der Krebsforschung begeistern. Neben der Bekanntgabe der geförderten Standorte zog die Deutsche Krebshilfe auf ihrer Jahrespressekonferenz in Berlin über die Einnahmen und Aktivitäten im Jahr 2017 eine positive Bilanz.

„Das Geschäftsjahr 2017 war für die Deutsche Krebshilfe erneut ein erfolgreiches Jahr“, resümierte Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Stiftung. „So beliefen sich unsere Einnahmen insgesamt auf 122,4 Millionen Euro.“ Rund 72,8 Millionen Euro stammten aus Erbschaften und Vermächtnissen. Dazu kamen fast 370.000 Einzelspenden von Privatpersonen und Firmen mit einer Summe von insgesamt 28 Millionen Euro, die Beiträge des Mildred-Scheel-Förderkreises, Erlöse aus Aktionen und Veranstaltungen, Kondolenzspenden sowie Zuweisungen aus Geldauflagen zugunsten der Deutschen Krebshilfe. Insgesamt 136 Projekte sowie weitere Programme und Initiativen hat die Deutsche Krebshilfe mit den Einnahmen aus 2017 gefördert oder auf den Weg gebracht, um die Versorgung krebskranker Menschen zu verbessern.

Alleine 43,9 Millionen Euro flossen in neue Projekte auf den Gebieten der Grundlagenforschung, klinischen Krebsforschung und der Versorgungsforschung. Die Forschung, so Nettekoven, sei eines der wichtigsten Instrumente, um in der Krebsbekämpfung weiter voranzukommen. Zudem müssten die Erkenntnisse aus dem Labor möglichst schnell den Patienten zugutekommen. So stellte die Deutsche Krebshilfe beispielsweise 2,9 Millionen Euro für ein Großprojekt bereit, an dem 15 universitäre Krebszentren, darunter alle 14 von ihr geförderten Onkologischen Spitzenzentren (Comprehensive Cancer Centers), beteiligt sind. Das ‚Nationale Netzwerk Genomische Medizin Lungenkrebs‘ hat es sich zur Aufgabe gemacht, künftig allen Patienten mit fortgeschrittenem Lungenkrebs in Deutschland den Zugang zu modernster Diagnostik und innovativen Therapien zu ermöglichen.

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