Innovation

Maschinelles Lernen kann Demenz frühzeitig erkennen

Forscher haben ein Modell entwickelt, das routinemäßig Daten scannt / Vorhersage nicht-diagnostizierter Demenzerkrankungen

Forscher der Universität Plymouth haben ein neues Modell entwickelt, das routinemäßig Daten scannt, die vom National Health Service in Großbritannien gesammelt wurden. Damit kann eine nicht diagnostizierte Demenz in der Primärversorgung besser vorhergesagt werden, schreibt das R&D-Magazin.

In England werden Hausärzte angehalten, Demenzerkrankungen frühzeitig zu erkennen sowie die Untersuchungsergebnisse aufzuzeichnen, um dadurch die Diagnose langfristig zu verbessern. Allerdings ist die Erfolgsrate der Demenzerkennung in der Primärversorgung immer noch niedrig – und viele Erkrankungen bleiben unerkannt oder werden erst so spät diagnostiziert, dass die Möglichkeiten einer Therapie schon sehr eingeschränkt sind.

Laut der Studie erhält etwa die Hälfte der Demenzkranken in Großbritannien keine rechtzeitige Diagnose. Die neuen Ergebnisse zeigen, dass das Modell, aufbauend auf maschinellem Lernen, bei 84 Prozent aller Untersuchten eine zuvor nicht diagnostizierte Demenzerkrankung erkennt. Somit könnte die Technik in Zukunft die Anzahl der Menschen, bei denen Demenz nicht erkannt wird, von heute 50 Prozent auf acht Prozent signifikant senken.

Unheilbare Störung des Gehirns

Mit zunehmendem Alter steigt auch in Deutschland die Sorge, zu erkranken – vor allem an der Alzheimer-Erkrankung. Das ergab eine repräsentative Umfrage* im Auftrag der gemeinnützigen Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI). Von den über 70-Jährigen fürchten insgesamt 61 Prozent eine solche Erkrankung. In der Gesamtbevölkerung sind es noch 40 Prozent, bei den unter 30-Jährigen lediglich 14 Prozent.

Die Alzheimer-Krankheit ist eine unheilbare Störung des Gehirns. Durch das Absterben von Gehirnzellen werden Erkrankte zunehmend vergesslich, verwirrt und orientierungslos. Mit deutschlandweit rund 1,2 Millionen Patienten ist Alzheimer eine Volkskrankheit und die häufigste Form der Demenz. Jedes Jahr werden etwa 200.000 Menschen mit der Erkrankung diagnostiziert. Der größte bekannte Risikofaktor ist das Alter.

Während sich Männer (33 Prozent) weniger Sorgen über eine Alzheimer-Erkrankung machen, liegt dieser Wert bei Frauen (47 Prozent) deutlich höher. Die Angst vor der Alzheimer-Krankheit ist bei Personen, die einen alzheimerkranken Angehörigen haben, mit 58 Prozent viel stärker ausgeprägt als in der Gesamtbevölkerung.
* Eine repräsentative Umfrage der Alzheimer Forschung Initiative e.V., durchgeführt vom Institut für Demoskopie Allensbach bei 1.271 Personen ab 16 Jahren.

 

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