Wirtschaft

Philips kommt bei Medizintechnik voran

Nachfrage nach Medizintechnik zieht an / Philips befindet sich im Umbau zu einem Gesundheitstechnologiekonzern

Beim niederländischen Gesundheitskonzern Philips laufen die Geschäfte mit Medizintechnik rund. Allerdings belastete der Kursverfall der Beteiligung an Signify, früher Philips Lighting, den Konzern im zweiten Quartal. Weil die Beteiligung von zuletzt gut 18 Prozent weniger wert war als in den Büchern stand, schmolz der Gewinn unter dem Strich auf 2 Millionen Euro zusammen, wie der Konzern in Amsterdam mitteilte. Ein Jahr zuvor hatte Philips an gleicher Stelle noch 289 Millionen Euro verbucht, so die dpa.

Im fortgeführten Geschäft verdiente der Konzern hingegen mehr. Vor allem die Nachfrage nach Medizintechnik zog an. Dadurch verbesserte sich der Gewinn um gut 15 Prozent auf 186 Millionen Euro. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebita) legte um knapp 10 Prozent auf 482 Millionen Euro zu. Der Umsatz stagnierte mit 4,29 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau. Auf vergleichbarer Basis, also ohne den Einfluss von Währungseffekten sowie Zu- und Verkäufen – stiegen die Erlöse um 4 Prozent. Allerdings schwächelten die Verkäufe von Luftfiltern in China.

Die Berenberg Bank sprach von einer recht soliden Bilanz und lobte die Fortschritte im operativen Geschäft sowie das gut gefüllte Orderbuch. Angesichts der Tatsache, dass die Aktie zuletzt gut gelaufen sei, hielten die Experten Gewinnmitnahmen für möglich.

Kooperationen mit Kliniken

Philips befindet sich im Umbau zu einem Gesundheitstechnologiekonzern. Ein Bereich widmet sich der Medizintechnik, wie der bildgebenden Diagnostik, die auch die Konkurrenten Siemens oder General Electric anbieten. Immer wichtiger werden dabei Partnerschaften mit Krankenhäusern. Erst vor Kurzem hatte Philips Kooperationen mit Kliniken in Köln und München bekannt gegeben. Daneben wendet sich der Konzern auch direkt an Verbraucher mit Elektrogeräten wie Rasierern oder Kaffeemaschinen.

Im Zuge des Umbaus hat Philips eine Reihe von Unternehmen zugekauft und sich im Gegenzug von anderen Geschäftsteilen getrennt, wie etwa dem Lichtgeschäft. Dieses hatte Philips vor zwei Jahren abgespalten und als Philips Lighting an die Börse gebracht. Die Aktie von Signify, wie das Unternehmen nun seit Mitte Mai heißt, steht allerdings derzeit unter Druck. Im Sommer letzten Jahres hatte das Papier in der Spitze 36 Euro gekostet, aktuell sind es noch 22 Euro.

Seine Prognosen bestätigte Philips. Bis 2020 will der Konzern einen Jahresumsatz von mindestens 20 Milliarden Euro erreichen. Dies entspricht einer vergleichbaren jährlichen Wachstumsrate von 4 bis 6 Prozent. Die bereinigte operative Marge (Ebita) soll sich im Schnitt jährlich um 100 Basispunkte verbessern.

 

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