Wirtschaft

Marktforscher GfK: Künftig keine Gesundheitsstudien mehr

Nürnberger Marktforscher GfK muss einzelne Abteilungen verkaufen / Auftragsstudien für Gesundheit
betroffen

Das Logo des Marktforschungsunternehmens Gfk (Gesellschaft für Konsumforschung). (Foto: dpa)

Das in Schwierigkeiten steckende Nürnberger Marktforschungsunternehmen GfK verkauft einen Teil seines Geschäfts mit 1000 Mitarbeitern. Übernommen werden diese bei der Transaktion für 105 Millionen Euro von der französischen Umfrage- und Marktforschungsgesellschaft Ipsos, wie beide Unternehmen kürzlich mitteilten. Den Besitzer wechseln damit vier GfK-Abteilungen, die Auftragsstudien in den Bereichen Kundenzufriedenheit, Innovation, Gesundheit und öffentliche Angelegenheiten. Das berichtet die dpa.

Die Division „Health“ umfasse bestimmte GfK Research Services weltweit, quantitative und qualitative, die im Auftrag von Kunden aus Pharma, Medizintechnik und Consumer Healthcare erfolgen, berichtet hierzu Healthcaremarketing.eu.

Die für ihre regelmäßig erscheinenden Daten zur Verbraucherstimmung in Deutschland bekannte GfK war in den vergangenen Jahren in die roten Zahlen gerutscht. Mittlerweile hat sich das Unternehmen von der Börse verabschiedet, die letzte veröffentlichte Geschäftszahl war ein Nettoverlust von über 130 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2017.

Zersplitterung sorgt für Schieflage

Ein maßgeblicher Grund der Schieflage ist die Zersplitterung des Unternehmens: Die bisher 12.000 Mitarbeiter sind in 200 Niederlassungen in mehr als 100 Ländern aktiv. „Die GfK wollte in zu vielen Industrien, zu vielen Märkten und zu vielen Produktbereichen mitspielen“, sagte ein Unternehmenssprecher selbstkritisch.

Die Bereiche, die nun an Ipsos gehen sollen, erwirtschafteten bisher 200 Millionen Euro Umsatz, etwa ein Fünftel des Gesamterlöses. Die Zustimmung der Kartellbehörden steht noch aus. Die GfK will insgesamt etwa 200 Millionen Euro Kosten sparen und 100 Millionen investieren, um wieder auf gesunden Füßen zu stehen.

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