Innovation

Trotz schwerer Behinderung selbständig Autofahren

Das schwäbische Unternehmen „Paravan“ ist mit dem Auto-Zulieferer Schaeffler ein Joint-Venture eingegangen

Der in Pfronstetten bei Reutlingen ansässige Spezialanbieter von Behindertenfahrzeugen ist unter anderem der Entwickler der Fahrhilfe „Space Drive“. Das Digitalsystem ermöglicht es Menschen mit schwerer Behinderung – beispielsweise hohem Querschnitt – selbständig Auto zu fahren. Alle Funktionen – unter anderem Gaspedal, Bremse und Lenkrad – werden durch Mikroprozessor-gesteuerte Fahrhilfen bedient, welche die vom Fahrer abgegebenen Signale in Nanosekunden (also im Bereich von einer Milliardstel Sekunden) weiterleiten. Die Fahrhilfen werden dem Handicap des jeweiligen Fahrers vor Inbetriebnahme des Fahrzeugs angepasst. Bei Verschiebung des Krankheitsbildes können die notwendigen Anpassungen zu jedem späteren Zeitpunkt problemlos vorgenommen werden.

Das System ist so konzipiert, dass mehrere Steuerkreise parallel zueinander laufen und sich auf diese Weise gegenseitig überwachen. Die bisher gefertigten 7000 Fahrzeuge mit „Space Drive“-Ausstattung haben zusammen rund 500 Millionen Kilometer zurückgelegt – laut Angaben von Paravan „unfallfrei“.

Paravan wurde 1997 von Roland Arnold gegründet. Das Unternehmen beschäftigt rund 180 Mitarbeiter, setzt knapp 30 Millionen Euro im Jahr um und unterhält weltweit Dependancen. Es ist nach eigenen Angaben Weltmarktführer im Bereich behindertengerechte Fahrzeuge und das einzige Unternehmen, dessen Fahrzeuge über eine weltweite Straßenzulassung verfügen.  

In der Zusammenarbeit mit Schaeffler sieht Arnold die Chance, Space Drive „weiterzuentwickeln, zu skalieren und zu industrialisieren“. In den Worten von Schaeffler-Vize-Vorstand Peter Gutzmer handelt es sich bei dem System um eine „Schlüsseltechnologie“.

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