Finanzen

Pharma statt Luxus: Defensive Sektoren werden interessanter

Pharmaaktien profitierten von besseren Rahmenbedingungen / Wachstumsgefahren bei Luxusgütern

Ein Mitarbeiter arbeitet an einem sterilen Arbeitstisch in der Forschungsabteilung der Merck AG. (Foto: dpa)

Ein Mitarbeiter arbeitet an einem sterilen Arbeitstisch in der Forschungsabteilung der Merck AG. (Foto: dpa)

Die Risiken eines Handelskriegs, der Brexit und zahlreiche andere Probleme machen die Lage am Aktienmarkt in den kommenden Monaten nicht leichter. Dies unterstreichen die Strategen der UBS in einer aktuellen Studie und reagieren mit Veränderungen bei der Sektorgewichtung, auch wenn sie langfristig von einem zyklisch günstigen Umfeld ausgehen.

Der dpa zufolge raten nun, in den Portfolios stärker auf die defensiven Pharmawerte zu setzen und hoben das Sektorvotum folglich von „Neutral“ auf „Overweight“. Die Pharmaaktien profitierten von besseren Rahmenbedingungen, die noch nicht ausreichend eingepreist seien, schreiben die Strategen um Joao Toniato in einer aktuellen Studie. Das heißt, dass die vermeintlich guten Aussichten für diese Aktien noch nicht zu höheren Preisen geführt haben. Die Aktien sind also noch vergleichsweise günstig. Die Gewinndynamik entwickele sich günstig und der Dollar gebe nun Rückenwind. Im zweiten Quartal habe keine Branche die Erwartungen in einem solchen Ausmaß übertroffen wie die Pharmawerte, womit eine zweijährige Durststrecke zu Ende gegangen sei. Hinzu komme der Bewertungsabschlag im Vergleich zu anderen defensiven Branchen. Als einen der aussichtsreichsten Werte schätzen die Strategen Merck KGaA ein.

Bewertung in Frage gestellt

Dagegen sinkt die Gewichtung der Luxusgüterhersteller. Die Einstufung lautet nun „Underweight“ nach „Neutral“. Die Risiken seien nicht ausreichend eingepreist, schrieben die Strategen. Der Sektor, der sonst eine enge Korrelation zu den Schwellenländern aufweise, habe sich von der schwachen Entwicklung der Schwellenländerbörsen in diesem Jahr abgekoppelt. Das aber deute auf eine mangelnde Berücksichtigung der Wachstumsgefahren hin und stelle die hohe Bewertung in Frage.

Gute Aussichten attestieren die UBS-Strategen unterdessen dem Nahrungsmittelsektor. Die günstige Bewertung spreche ebenso für die defensive Branche wie die Rückkehr der Inflation, die eine enge Korrelation mit der Gewinnentwicklung der Lebensmittelhersteller aufweise. Zuversicht signalisiert die Studie auch für den Bankensektor, der ebenfalls mit „Overweight“ eingestuft wird. Die Quartalszahlen seien gut gewesen und die Gewinndynamik scheine sich zu verbessern. Zudem hinke der Sektor nach der Kursschwäche in der Vergangenheit anderen Branchen massiv hinterher. Hier steigt die Aktie von Unicredit zum „Top Pick“ auf und ersetzt Santander, die angesichts der Risiken im Brasiliengeschäft aus der Empfehlungsliste fallen.

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