Prävalenz von Untergewicht, Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland – Einordnung der Ergebnisse aus KiGGS Welle 2 nach internationalen Referenzsystemen – Concepts & Methods – JoHM 3/2018

In Deutschland wird üblicherweise das Referenzsystem nach Kromeyer-Hauschild für die Definition von Untergewicht,
Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen verwendet. Der Vergleich absoluter Prävalenzen über
Ländergrenzen hinweg ist schwi…

In Deutschland wird üblicherweise das Referenzsystem nach Kromeyer-Hauschild für die Definition von Untergewicht, Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen verwendet. Der Vergleich absoluter Prävalenzen über Ländergrenzen hinweg ist schwierig. Internationale Referenzsysteme, mit denen Prävalenzen beschrieben werden können, sind das Referenzsystem der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der International Obesity Task Force (IOTF). In diesem Beitrag werden Prävalenzen für Untergewicht, Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen nach WHO und IOTF mit Daten der zweiten Folgeerhebung der Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (KiGGS Welle 2, 2014 – 2017) dargestellt. Nach dem Referenzsystem der WHO weisen 1,6 % der 5- bis 17-Jährigen Untergewicht auf. 26,3 % dieser Altersgruppe sind von Übergewicht (einschließlich Adipositas) und 8,8 % von Adipositas betroffen. Nach IOTF liegt die Prävalenz von Untergewicht im Alter von 3 bis 17 Jahren bei 10,0 %. Die Häufigkeit von Übergewicht (einschließlich Adipositas) beträgt 19,3 %, die Adipositasprävalenz 4,7 %. Aus Public-Health-Sicht spielt Untergewicht als Indikator für Mangelernährung in Deutschland eine eher untergeordnete Rolle. Die Prävalenz von Übergewicht (einschließlich Adipositas) liegt nach WHO um drei Viertel und nach IOTF um ein Viertel höher im Vergleich zur nationalen Referenz. Vergleicht man die internationalen Referenzsysteme miteinander, fällt die Prävalenz nach WHO um ein Drittel höher aus als nach IOTF. Im Zeitverlauf ist nach nationalem wie internationalem Referenzsystem kein weiterer Anstieg der Übergewichts- und Adipositasprävalenzen zu beobachten, sie liegen aber weiterhin auf einem hohen Niveau.

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