140. Genehmigung nach dem Stammzellgesetz

Die Forschungsarbeiten unter Verwendung von hES-Zellen zielen auf die Aufklärung von Prozessen, die molekulare Veränderungen in Motoneuronen bei verschiedenen Motoneuron-Erkrankungen bedingen. Hintergrund ist die Annahme, dass die bei verschiedenen Erk…

Die Forschungsarbeiten unter Verwendung von hES-Zellen zielen auf die Aufklärung von Prozessen, die molekulare Veränderungen in Motoneuronen bei verschiedenen Motoneuron-Erkrankungen bedingen. Hintergrund ist die Annahme, dass die bei verschiedenen Erkrankungen auftretenden pathologischen Veränderungen (teils)  gemeinsame molekulare Grundlagen haben. Dabei sollen vor allem die Lokalisation und Translation von RNA im Soma und in den Neuriten in aus hES-Zellen abgeleiteten Wildtyp- und krankheitsspezifisch genetisch veränderten Motoneuronen untersucht werden. Hierfür sollen mit Motoneuron-Erkrankungen assoziierte Mutationen in hES-Zellen erzeugt, die Zellen anschließend in Motoneurone differenziert und Wildtyp- und genetisch veränderte Motoneurone insbesondere hinsichtlich der Eigenschaften der Axone umfassend charakterisiert werden, um mögliche Veränderungen infolge der vorgenommenen Mutationen bestimmen zu können. Anschließend sollen dann in einem bereits im murinen System erprobten Verfahren Soma und Neuriten jeweils fraktioniert und hinsichtlich der Zusammensetzung ihres Transkriptoms, Proteoms und Translatoms untersucht werden. Für den Fall, dass in Wildtyp- und genetisch veränderten Motoneuronen verschieden lokalisierte/translatierte mRNAs detektiert werden, sollen die Ergebnisse validiert, die für die entsprechenden RNAs codierenden Gene jeweils in hES-Zellen funktional ausgeschaltet (mutiert) bzw. überexprimiert und die phänotypischen und funktionalen Konsequenzen in den entsprechenden Motoneuronen jeweils bestimmt werden. Auf diesem Wege soll geklärt werden, ob und inwieweit Veränderungen in der subzellulären Lokalisation und Translation der RNA in Motoneuronen zur Ausprägung von Motoneuron-Krankheiten beitragen. Ggf. sollen die Ergebnisse dann auch unter Nutzung von humanen induzierten Stammzellen (hiPS-Zellen), die von Patienten mit degenerativen Motoneuron-Erkrankungen abgeleitet worden sind, bestätigt werden.

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