Finanzen

Deutsche Familienversicherung plant Börsengang

Versicherer will 100 Millionen Euro einsammeln / Konzentration auf profitable Nischen

Das Geld aus dem Börsengang soll in die Expansion gesteckt werden. (Foto: dpa)

Das Geld aus dem Börsengang soll in die Expansion gesteckt werden. (Foto: dpa)

Die Deutsche Familienversicherung will im November an die Börse gehen. Gründer und Vorstandsvorsitzender Stefan Knoll sagte der Wirtschaftswoche, das Unternehmen wolle 100 Millionen Euro bei den Aktionären einsammeln.

„Wir sind die deutsche Antwort auf die Insuretech-Welle. Man wird um uns nicht mehr herumkommen“, sagte Knoll der Zeitung. Es sei geplant, das Geld in den Vertrieb der Versicherungen zu investieren, in Europa zu expandieren und die Zahl der neu abgeschlossenen Policen 2019 auf 100.000 zu verdoppeln, fasst die dpa zusammen.

Die Deutsche Familienversicherung wurde 2006 gegründet und beschäftigt derzeit 110 Mitarbeiter. Das Unternehmen bietet vor allem Verträge rund um Gesundheit und Pflege an. Die Beitragseinnahmen beliefen sich nach eigenen Angaben 2017 auf 72 Millionen Euro. Damit zähle die Versicherung der Wiwo zufolge zu den kleinen Anbietern, gemessen an Beitragseinnahmen der Allianz Deutschland AG (35 Milliarden Euro) und Ergo (18,5 Milliarden Euro).

Vorteil gegenüber den großen Anbietern

Gegenüber seinen Mitbewerbern gibt es jedoch einen entscheidenden Vorteil. Der Versicherer mit Sitz in Frankfurt am Main setzt besonders auf Beratung und Verkauf im Internet. „Den Verkaufsprozess von der Beratung bis zur Zahlung können die Kunden etwa mit dem Sprachassistenten Alexa erledigen, zur Zahlung setzt die Versicherung Amazon Pay ein.“ Außerdem habe sich das Unternehmen bewusst auf wenige, besonders profitable Nischen im Markt konzentriert. „So bietet die Deutsche Familienversicherung nicht die komplette Palette von der Auto- über die Gebäude- bis zur Berufsunfähigkeitsversicherung an – sondern Zusatzversicherungen für Zähne, Krankenhausbehandlung oder Pflege.“

Kommentare

Schreibe den ersten Kommentar für diesen Artikel.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.