Analyse

Krankenversicherte werden um Milliarden Euro entlastet

Beschäftigte und Arbeitnehmer zahlen wieder gleich viel/ Auch Selbständige mit geringem Einkommen profitieren

 

Die Krankenversicherten werden um Milliarden Euro entlastet. Foto: dpa

Die Krankenversicherten werden um Milliarden Euro entlastet. Foto: dpa

Die Beiträge für die gesetzlichen Krankenkassen werden ab dem kommenden Jahr wieder zu gleichen Teilen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern bezahlt. Der Bundestag beschloss kürzlich ein entsprechendes Gesetz zur Entlastung der Versicherten. Damit wird der bisher von den mehr als 56 Millionen Kassenmitgliedern allein zu zahlende Zusatzbeitrag zu gleichen Teilen zwischen ihnen und ihren Arbeitgebern aufgeteilt. Das berichtet die dpa.

Entlastet werden auch Selbstständige mit geringem Einkommen. Der Mindestbeitrag für Selbstständige verringert sich von rund 360 Euro auf rund 156 Euro. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte: „Mit diesem Gesetz entlasten wir die Beitragszahler langfristig um acht Milliarden Euro.“ Für das Gesetz stimmten die Koalition und die Grünen, dagegen stimmte die FDP. AfD und Linke enthielten sich.

In einer Stellungnahme erklärt die Verbraucherzentrale Bundesverbands e. V. hierzu: „Diesen Schritt unterstützt der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) vollumfänglich, da damit eine langjährige Forderung des vzbv vom Gesetzgeber umgesetzt wird.“ Aus der Neuregelung resultierten nach Auffassung des vzbv zwei erhebliche Vorteile für Verbraucherinnen und Verbraucher und die Weiterentwicklung des Systems der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV): Erstens, eine finanzielle Entlastung der gesetzlich Versicherten sowie eine Entschärfung des Preiswettbewerbs und Verlagerung hin zu mehr Qualitätswettbewerb zwischen den Krankenkassen.

Aus Sicht des vzbv sei neben der im Gesetzentwurf vorgesehenen finanziellen Entlastung der Versicherten aber auch eine bessere Vergleichbarkeit der einzelnen Krankenkassen notwendig, um den Qualitätswettbewerb gegenüber dem Kostenaspekten zu stärken. Eine weitergehende Informationspflicht für Krankenkassen könne demnach dazu beitragen, dass Verbraucher nicht nur Kosten, sondern auch Angebote und Service der verschiedenen für sie wählbaren Krankenkassen vergleichen können. Ebenso müsse Transparenz über das Genehmigungsverhalten von Leistungen der einzelnen Krankenkassen hergestellt werden.

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