Soziale Unterschiede in der Inanspruchnahme medizinischer Leistungen von Kindern und Jugendlichen in Deutschland –Querschnittergebnisse aus KiGGS Welle 2 – Focus – JoHM 4/2018

Die Daten der Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (KiGGS) erlauben Aussagen über die Inanspruchnahme ambulanter und stationärer medizinischer Leistungen von Kindern und Jugendlichen unter Berücksichtigung des sozioökonomis…

Die Daten der Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (KiGGS) erlauben Aussagen über die Inanspruchnahme ambulanter und stationärer medizinischer Leistungen von Kindern und Jugendlichen unter Berücksichtigung des sozioökonomischen Status (SES) der Familie. Die Ergebnisse der zweiten Folgebefragung von KiGGS (KiGGS Welle 2), die sich auf die Jahre 2014 bis 2017 beziehen, machen deutlich, dass Kinder und Jugendliche aus Familien mit niedrigem SES häufiger Fachärztinnen und -ärzte für Allgemeinmedizin, Gynäkologie, Psychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie sowie Psychologinnen und Psychologen beziehungsweise psychologische Psychotherapeutinnen und -therapeuten in Anspruch nehmen. Kinderärztliche, dermatologische sowie zahnärztliche beziehungsweise kieferorthopädische Praxen hingegen werden vermehrt von Kindern und Jugendlichen aus Familien mit hohem SES aufgesucht. Keine bedeutsamen Unterschiede zwischen den Statusgruppen sind in Bezug auf die Inanspruchnahme ambulanter ärztlicher Leistungen in Krankenhäusern festzustellen. Allerdings werden Kinder und Jugendliche aus der niedrigen Statusgruppe häufiger in Krankenhäusern stationär versorgt und sie verbringen im Durchschnitt mehr Nächte im Krankenhaus. Die Ergebnisse spiegeln sowohl statusspezifische Unterschiede in der Krankheitshäufigkeit und im Versorgungsbedarf als auch statusspezifische Unterschiede im Inanspruchnahmeverhalten wider.

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